45 Löcher an einem Tag

Dieser Golf heißt „Nur Golf“, weil ich persönlich sher gerne und sehr über Golf rede, nachdenke, Golf gucke und auch versuche selber möglichst oft zu spielen. Mal mehr, mal weniger erfolg-, sinn- oder geistreich. Und alles immer mit dem Versuch, den Sport, seine Auswirkungen, seine Charme, seine Heruasforderungen und alles was dazugehört, etwas (besser) zu verstehen. Aber das was ich gestern mit Andre zusammen gemacht habe, war in der Tat auch für mich das erste Mal so richtig „Nur Golf“.
Da ich ohnehin nach Plau am See oder Fleesensee fahren sollte, um meine Tochter von Freunden, die dort ein Boot haben, abzuholen, kam mir der Gedanke: „Spiel doch Mal in Fleesensee eine Runde Golf“.
Da war ich zwar vor 12 Jahren mal für ein paar Tage im Robinson Club für ein verlängertes Familien-Wochenende, aber da ich damals noch nicht gegolft hatte, war das einzige was ich zum Thema Golf dort sah, die (sehr schöne) Range, auf der ich damals ein paar Bälle geschlagen habe. Und da alleine spielen weniger Spaß macht, als in Gesellschaft, habe ich Andre angesprochen, ob er nicht mitspielen wollen würde. Andre spielt genauso lange wie ich (2009), hat aber ein -3,3 Hdcp und das nicht nur, weil er viel sportlicher als ich ist, sondern auch noch viel häufiger und noch viel viel besser spielt alsich. Ja, das geht, denn Andre  war bis vor kurzem Sportstudent (Lehramt) und hatte folglich auch viel mehr Zeit als ich. Und die hat er sehr oft und sehr erfolgreich, auf dem Golfplatz verbracht, wo er jetzt, als Lehrer-Referendar nicht mehr ganz so oft ist. 
Andre war sofort begeistert, meinte dann aber auch direkt: „Wenn schon, dann lass uns zwei Plätze spielen. Den Schlossplatz und den TUI.“ Nach kurzem Internetcheck wurde klar: Das macht auch aus Budgetgründen Sinn. Greenfee Schlossplatz 90€, TUI 70 €. Als Tagesflat Golf-Unlimited kostet der Spaß „nur“ 109 € im Golfclub Fleesensee
Gesagt, getan, gebucht. Und da man ja älter wird und keine Zeit zu verlieren hat, gab es das Cart für den gesamten Tag (55€) direkt noch dazu.
Und so begann am Dienstag früh um 7 Uhr der Tagesausflug Fleesensee.

Die erste Startzeit war für den Schlossplatz reserviert. 9.10 Uhr am Tee, nachdem wir gerade mal 10 Bälle zum Einschlagen geschafft haben. Leider haben wir vorher keine Probeputts gemacht, so dass (vor allem bei mir), die ersten Bahnen das Putten eher eine mittlere Katastrophe wurden. Nach dem Par an der 1, kam direkt ein Vierput, gefolgt von einem Dreiputt, dem noch einige Dreiputss von mir folgten. Aber das miese Puttergebnis lag nicht an den Grüns, ganz im Gegenteil, sondern einfach weil ich ohne das „einputten“ weder das richtige Tempogefühl, noch das richtige Auge für die Grüns hatte. Das Putten ging dann irgendwann etwas besser und soll auch hier gar nicht das Thema sein. Da wir mit dem Cart unterwegs und niemand vor uns war, kamen wir gut über den sehr schönen Platz, der sich in einem guten Zustand zeigte. 
Und der uns beide sportlich forderte, wobei ich vor allem dadurch glänzte, dass ich aus den letzt drei Par 3 jeweils ein Par 5 machte (ja, so ein verzogener Abschlag ins Wasser ist nie hilfreich für einen guten Score) 19 Schläge für vier Par 3. 24 Schläge (samt einer acht nach einem Ball ins Wasser) für vier Par 5…. Am Ende spielte ich zwei Schläge über meiner Vorgabe, was nach dem Putt-Desastern an den ersten sechs Bahnen noch echt gut war. 
Ich muss sagen, der Platz ist in der Tat einer der Plätze, bei dem Platzkenntnis wirklich sehr hilft. Er ist schön angelegt, die Bahnen sind wirklich gut und schön durchdacht. Er ist variantereich angelegt und man hat nach einigens ehr „schweren“ Löchern auch immer wieder Bahnen, die etwas leichter waren und einem etwas Ruhe und Platz zum „Luftholen“ gaben. Allerdings ist der Platz deutlich weniger ein Parkland-Course, als der Name „Schlossplatz“ und das Entree vermuten lässt. Die 18te Bahn spielt sich allerdings im wahrsten Wortsinne hoch zum Schloss und ist auch wegen ihrer Länge sehr schwierig. Optisch aber bildet dieses Bahn den passenden Abschluss eines insgeamt sehr schönen Golfplatzes.
Was aber wirklich nervt: Man muss sich erst im Golfclub anmelden und dann zum Schloss fahren, um sich dort im sehr notdürftig ausgeschilderten und gut verstecktem Büro sein Cart abzuholen. Das bedeutet auch, dass man mit dem Auto hin und herfahren muss. Das ist fr ein Golfclub eher ungewöhnlich und auch etwas unglücklich.
Zurück im Club haben wir schnell eine Kleinigkeit gegessen, um dann direkt um 13.40 Uhr auf dem TUI Golf Course starten zu können. Die Currywurst mit Pommes für 6,90 € war echt okay, da habe ich schon deutlich schlechteres für viel mehr Euros in den verschiedenen Clubs gegessen. 
Das tee des TUI Course war dann wieder nur mit einer kleinen Fahrt im Cart erreichbar. Eigentlich ähnelten sich die beiden Plätze dann doch schon sehr. Die Grüns waren aber zum Glück auch identisch schnell und gut. Das Rough identisch hoch und die Anlage und das Design des Platzes war nicht wirklich unterschiedlich zum Schlossplatz. Ich weiß auch nicht, warum man beim Schlossplatz 20 € mehr Greenfee bezahlen muss, als die 70 € beim TUI.  Generell sind beide Plätze wirklich identisch gut zuspielen.Wenn überhaupt, unterscheiden sich die Plätze optisch eher durch designtechnische Feinheiten.
Nachdem wir dann an der 5ten Bahn von einem heftigen Landregen überrascht wurden, der uns zu 30 Min im Cart mit gespannten Regenschirmen als zusätzlichem Schutz zwang, ging das Spiel weiter. Erstaunlichrweise war das Wasser extrem schnell wieder vom Platz. Selbst große Lachen waren schnell abgelaufen und der Platz wieder in gutem Zustand. Auch die Bunker wiesen schnell wieder komplette Trockenheit auf. 
Apropos Bunker. Lieber Greenkeeper deutscher Golfplätze, wenn ihr mal sehen wollt, wie gute Bunker aussehen, kann ich euch das Golfresort im Fleesensee wirklich nur sehr ans Herz legen. 
Alle Bunker wiesen sauber Kanten auf, der Sand war überall gleichmässig (dick) in den Bunkern verteilt und die Bunker trotz heftigem Landregens auch schnell wieder abgetrocknet. Also hier eine ganz klare Schulnote Eins von mir. Und ich muss es wissen, so oft, wie ich in den Bunkern auf dem Fairway und um die Grüns herum meine Bälle weiterspielen dufte. ich habe gestern quasi einen Trainingstag Bunker eingelegt. 
Der Platz war dann gegen 16 Uhr auch einmal komplett gespielt. Da wir in unserem Tagesmatchplay (wer zahlt das Essen mit den Frauen) inzwischen bei 3 Schlägen Rückstand für mich waren und auch noch etwas Zeit hatten, bevor wir die Tochter, die im Hafen Fleesensee gegen 18.30 Uhr ankommen sollte, abholen mussten, ging es für die ersten 9 Löcher auf den axel lange Generali Kurs. Ein Par 67, wobei die ersten 9 die wir gespielt haben, Par 35 sind. Und was soll ich sagen? Ein sehr schöner Platz, sehr gut für Einsteiger und Leute, die Spaß haben wollen. Nicht so super lang, dafür aber auch hier viele Bunker und diverse Wasserhindernisse am Start. Der Platz spielt sich wirklich für alle Handiacpklassen sehr schön. 
Und die Grüns waren zwar deutlich kleiner als auf den anderen Plätzen aber ähnlich schnell und ähnlich gut gepflegt. Am Ende spielt der Andre auf den ersten Neun eine 36  die ihm den Tagessieg und mir dafür die rechnung des nächsten Essen einbrachten. Meine drei Par am Ende waren zu wenig, da ich auf dem axel lange mit dem Putten auch kein Glück hatte. Keine Ahnung, wieviele Putts knapp übers Loch gelaufen sind, aber es waren deutlich mehr als 10 für den gesamten Tag. Und wenn man nur einen längeren Putt (alles ab 2 Meter) auf 45 Bahnen locht, wird der Tag nie wirklich zu einem niedrigem Score führen. Vor allem nicht, wenn man wie ich zu oft zu weit von der Fahne weg war. Aber 18.20 mussten wir halt aufhören um meine Tochter abzuholen.
Aber so oder so war das ein überragender Tag. Dank Andre sportlich auch anspruchsvoll (der hat alles von weiß gespielt) und wir haben beschlossen, dass zwingend nochmal zu wiederholen.

Mein Fazit: 
Alle drei Plätze sind wirklich sehr gut zu spielen, alle drei sind in einem sehr guten Pflegezustand und es war auf allen drei Plätzen, trotz bundesweiter Sommerferien, erstaunlich wenig los. Mein Tipp: Dennoch Startszeiten Online buchen und nehmt ausreichend Bälle mit, den die zahlreiche Wasserhindernisse und das dicke Roughs lassen gerne mal Bälle verschwinden. Und nehmt euch Zeit  um euch vorher mit den Grüns vertraut zu machen. ich werde nächstes Mal ich definitiv mehr Zeit auf dem Übungsgrün verbringen (weniger geht ja auch nicht), denn das hat mich zu viele Schläge gekostet.
Die 90 € für eine Runde Schlossplatz finde ich zu teuer, auch die 70 € für den TUI. Beide wären in Berlin in der Woche eher so um die 60 €, in der Tagesflatrat sind beide aber auf alle Fälle zusammen die 109 € aber immer wert. 
Man kann auf allen Plätzen viel Spaß haben und auch der axel lange ist sehr schön.
Und Andre und ich suchen jetzt zwei Mitspieler, damit wir da demnächst zu viert den tagestrip über 54 Loch spielen können. Wer Lust hat…

Nur Golf findet man natürlich auf 


     und     

und jeden Montag ab 19 Uhr im Programm von 
http://meinsportradio.de/podcast-golf.html

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