Am Tag als der Regen kam

Wie sagte Carin Koch, der europäische Solheim Cup Captain heute auf der PK auf der Frage was der Unterschied zwischen Colorado und St. Leon Rot sei? „Das ist Deutschland (nicht Colorado), hier regnet es.“ Ja, es regnete. Den ganzen Tag.
Mein erster Tag in St Leon-Rot beim Solheim Cup drohte ins Wasser zu fallen. Obwohl beide Teams (fast komplett) vor Ort waren.

Das Charley Hull auf ihrer heutigen Proberunde ein Ass schlug, entging mir, weil ich nicht wie geplant draußen, sondern den ganzen Tag im Pressezelt oder neudeutsch Mediacenter war.

Dort gab es, neben ein paar kleinen, netten Willkommensgeschenken, auch einen Arbeitsplatz. Und zwar direkt ein eigenes Studio. Weil ich ja als meinsportradio.de Kommentator akkreditiert und vor Ort bin.
Und dank meiner Akkreditierung gab es nicht nur viele Infos und diverses Infomaterial, sondern in der Media-Kantine Essen und Trinken.

Statt also im strömenden Regen den Tag auf dem Golfplatz bei den Proberunden der Spielerinnen zu verbringen, brachten meine meinsportradio.de – „Nur-Golf“-Kollegin Désirée und ich den Tag damit zu, uns einzurichten und die diversen Pressekonferenzen zu verfolgen.
Auf den zwei PKs der Amerikanerinnen war immer wieder die Frage nach der Favoritenrolle zu hören und auch die Frage nach 2013, als Team USA erstmals gegen Europa daheim verloren hatte. Die Spielerinnen antworteten unisono, dass es dieses Jahr ein ganz anderes Team, ein ganz anderer Teamspirit herrschen würde. Die erste war mit Paula Cramer und Morgan Pressel.

Paula Cramer war sichtlich von der mehrfach gestellten Frage genervt, ob es sie störe, nur eine Wildcard „zu sein“ und sich nicht sportlich qualifiziert zu haben. Ja, manche Kollegen stellen Fragen immer und immer wieder. Zumal der Anteil der amerikanischen Journalisten ca bei 80% lag. Die der deutschen Kollegen eher bei 5%. Das zeigt den Stellenwert dieses Sportes und der Veranstaltung.
Beeindruckt war ich von Christie Kerr, der man bei ihrer 8ten Solheim Cup Teilnahme anmerkte, dass sie ein alter „Hase“ ist.
Auf die Frage was denn das Team brauche um zu gewinnen, sagte sie „Rhythmus“. Sie meinte damit den Spielrhythmus und das Spieltempo, also die Geschwindigkeit. Auf die mehrfache Nachfrage eines Journalisten, was sie mit Rhythmus meinen würde, sagte sie dann irgendwann „Jeder der golft, weiß was ich mit Rhythmus meine“.
Die europäische PK war da etwas entspannter.

Sandra Gal, Anna Nordqvist und Karine Icher schoben die Favoritenrolle mit der Begründung, dass die US Girls in der Weltrangliste viel besser sein, etwas von sich weg, betonten aber ebenfalls den Teamspirit, der extrem hoch sei.
Generell fiel auf, dass die Amerikanerin deutlich gestylter aufliefen, sie aber betonten, dass die fast Cheerleader-ähnlichen Schminkexzesse von 2013 dieses Jahr wegfallen würden. Dennoch sind alle Klamotten in blau-rot-weiß Kombinationen, während die Europäerinnen deutlich dezenter gestylt daher kommen.
Sehr schön war dann die PK der beiden Kapitänin, bei der sich Carin Koch bei der schon 10 Min wartenden Juli Inkster entschuldigte „Ich bin untröstlich, dass Ich dich warten ließ und  mich nicht einmal schminken konnte“ worauf Inkster konterte „Ich bin untröstlich, dass du dich im Gegensatz zu mir nicht schminken musst“.
Das sorgte für Stimmung, auf der PK wurden dann die Paarungen des ersten Foursomes vorgestellt. Erstmals vor der offiziellen Verkündung bei der Eröffnungszeremonie. Daher wurden alle Journalisten vergattert ein Meldungsembargo bis nach der Zeremonie einzuhalten und die Paarungen nicht zu nennen. Ich würde wetten, in Deutschland hätte das ohnehin niemanden wirklich interessiert.
Alles in allem war es dann doch ein sehr kurzweiliger Tag, mit kleineren Soundproblemen bei den PKs

Nach dem erfolglosen Versuch den Pokal mitzunehmen,
ging es  zu einer Abschlussshoppingrunde. Merchandising musste ja auch erworben werden, nicht dass morgen, wenn die Sonne scheint und 25.000 Besucher kommen, nichts mehr da sein würde.
Was so wahrscheinlich zu sein scheint, wie Regen, denn für morgen ist tatsächlich Sonne angesagt. Was gut ist, denn Punkt 8 Uhr wird an Tee 1 im GC St. Leon Rot der 2015 Solheim Cup offiziell eröffnet. Wenn Du in der Nähe bist, komme hin, es ist ein tolles Sport-Event mit weltweiter Beachtung. Die Veranstalter stellen eine Menge auf die Beine und es wird toller Sport geboten werden. Lasst uns alle dafür sorge tragen, dass davon am Ende nicht nur eines übrigbleibt

„Da hat es nur geregnet“.

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