Apropos

Apropos Bloggen, wie ich ja eingangs des letzten Bloggs Helden der Vergangenheit bereits erwähnte fiel es mir schwer neue Themen für einen weiteren Blog zu finden. Das ist nun vorbei, ich habe mich besonnen und festgestellt das mein nun über 20 Jahre währendes Golferleben einiges zu bieten hatte, sei es die vielen tollen Leute die ich durchs Golf kennengelernt habe, oder die vielen tollen Plätze die ich spielen durfte. Auch mein eigenes Spiel oder das Training bietet genügend Stoff, also gehts nun weiter mit meiner Reihe.


Apropos Training! Länge spielt keine Rolle! Das mag auf viele Bereiche des Lebens zu treffen beim Golfspiel möchte ich das einschränken. Ein langer erster Schlag hilft einem ungemein. Aber es gibt Unterschiede zwischen einfach nur lang oder richtig lang. Das die heutigen Spieler reihenweise die Bälle 300 Meter weit hauen ist der Ausrüstung und den Bällen sowie der Athletik der Spieler geschuldet, 1996 (das Jahr bevor Tiger Woods die Bühne betrat) gab es im Weltgolf nur eine Handvoll Spieler die den Ball so richtig weit „kloppten“ John Daily war da einer von und das was der damals für einen Golfschwung hielt ist heute nichts was man sich anschauen kann. Zu dieser Zeit war ich wiedermal in Griesbach auf einem Lehrgang. Wer die Drivingrange von Griesbach kennt wird wissen das diese Range rund ist und entsprechend dieser Form hat die einen recht großen Durchmesser. Auf allen Seiten stehen Abschlagshütten die Range hängt ein wenig so das es Bereiche gibt die etwas höher liegen. Auf eben diesen höhergelegenen Bereichen trainierten wir. Der damalige Headpro vom Golfressort kam vorbei und bot uns eine Wette an, derjenige der Carry über die gegenüberliegende Abschlagshütte schlägt sollte ein Essen im Top Restaurant gewinnen. Um das ein zu ordnen, die angesprochene Hütte war ca 300 Meter entfernt und um drüber zu schlagen musste der Ball bei diesen 300 Metern immer noch ca 3,5 Meter in der Luft sein. Trotz des abschüssigen Geländes schien mir dieser Schlag doch reichlich unmöglich. die Lehrgangsteilnehmer haben es dann auch der Reihe nach versucht und obwohl wir alle keine Würmchenschläger waren schaffte diesen Kunstschlag doch niemand auch nur im Ansatz. Dann kam ein junger Mann an die Reihe, er war hochgewachsen, athletisch und wir wussten alle das der Junge lang war. Wenn es einer schaffen konnte dann er. Dazu muss man sagen das wir uns in einer Zeit befanden wo die Schläger zwar schon gut aber bei weitem nicht in dem technischen Entwicklungsstadium befanden wie wir das heute gewohnt sind. Außerdem schlugen wir mir Rangebällen. Naja was rede ich um den heißen Brei rum, der Junge teete auf, und schlug den Ball Carry über die gegenüberliegende Abschlagshütte. Sowas hatte ich bis dato noch nicht gesehen einen solch langen Schlag, unglaublich. Er hat dann natürlich das Essen bekommen und wir waren sehr ehrfürchtig was sein Spiel angeht.

Apropos dieser Typ. Wir waren auch mal im Golfclub Hummelbachaue bei Neuss. Hier trainiert unter anderem Martin Kaymer und Marcel Siem mit ihrem Coach Günther Kessler und ich mit einem anderen Trainer. Die Trainingsbedingungen sind dort höchst klassig sei es technisch oder vom Ausbildungsstand der Trainer. die Range ist ähnlich groß wie die in Grießbach nur das hier die Range nicht rund sondern Oval ist so das es unterschiedliche Stellen gibt wo man unterschiedlichste Dinge üben kann. Die Längsseite ist schätzungsweise 170 Meter breit und kann von beiden Seiten bespielt werden. Selbstredend das man hier was die Schlägerauswahl betrifft, reglementiert ist. Es stehen dort Schilder das man nicht mehr als ein 4er Eisen schlagen darf. Als wir da waren sagte man uns doch bitte nicht mehr wie ein 7er oder maximal ein 6er Eisen zu spielen. Besagter junger Mann hat dann mit einem Pitching Wedge auf die andere Seite geschlagen, sprich Carry 170 Meter, mit einem Wedge.

Apropos Griesbach, ich weiß ja nicht was ihr von Golfresorts haltet und im speziellen von diesem. Ich finde das Konzept dahinter eigentlich spitze man kann jeden Tag einen anderen Golfplatz spielen und gerade in Griesbach sind die Plätze doch sehr verschieden. Wie ich bereits in vorangegangenen Blogs beschrieben habe war ich dort das eine oder andere mal und habe natürlich alle Plätze gespielt. Wer sich dort auskennt wird mir zustimmen das Lederbach, zumindest konditionell, zu einem der anspruchsvolleren Anlagen gehört. Einmal wollten wir noch eben schnell 9 Löcher spielen bevor es dunkel wurde und wir entschieden uns für Lederbach. Der Golfplatz ist, vorsichtig ausgedrückt, hügelig. Ich trug zu der Zeit mein Bag und gerade auf sehr hügeligen Plätzen ist das nicht unbedingt hinderlich. Als wir nun auf die 9 kamen wurde es schon langsam dunkel. Die Neun ist ein mit 385 Metern nicht gerade mega langes Par 4 was diese Bahn so irre macht ist das man nach dem ersten Schlag quasi einen senkrechten Hang vor sich hat sprich gefühlte 90 Grad nach oben schaut um die Fahne zu sehen.Nach dem ich, immer noch nicht wirklich kurz, meinen ersten Schlag gemacht habe stand ich nun im fast dunkel und starrte diesen Berg an. Es mögen so 140-130 Meter gewesen sein bis zur Fahne, was schlägt man da? Ich entschied mich für ein fünfer Holz! Normalerweise schlage ich das länger aber in der Situation? Der Ball flog und verschwand im Zwielicht, hatte aber die richtige Richtung so das ich sicher war in zu finden. Als wir uns dann zum Grün hoch schleppten war mein Ball nirgends zu sehen. Ich vermutete natürlich das er zu lang geraten ist. Doch dann sagte einer meiner Mitspieler das er unten auf dem Fairway etwas sehen würde. Es was tatsächlich mein Ball der lag 5 Meter hinter der Stelle wo ich geschlagen hatte, der Ball muss hoch auf den Hang geflogen sein um dann den Hang wieder runter und unbemerkt an uns vorbei gerollt sein. Dieses Loch ist verrückt und ich habe diesen Platz seither nicht mehr gespielt!

Apropos verrückt, Ich kenne kaum eine Sportart bei der man so viele Ticks entwickeln kann wie beim Golfsport. Sicherlich der Kicker beim Football will die Naht nach außen haben (oder war es innen?) Der Basketballer dotzt den Ball beim Freiwurf immer gleich oft auf den Boden bevor er wirft, gleiches gilt für den Tennisspieler beim Aufschlag. Selbst Fußballer haben ihre Rituale. Aber beim Golf nimmt das bizarre Züge an. Nehmen wir mal mich als Beispiel denn ich bin der reinste Quell der Ticks beim Golf. Es fängt schon an bei der Kleidung. Das viel diskutierte Thema mit der Blue Jeans, man kann das halten wie man will, für mich ist das aber ein no go. Ich spiele immer mit weißen Handschuhen. Auch müssen es Leder und keine Allwetterhandschuhe sein. Wenn es regnet muss der Regenhandschuh blau sein! Tees sind weiß und aus Holz mit diesen seltsamen Stufentees kann ich nichts anfangen. Auf der 18ten Spielbahn einer jeden Runde lasse ich ein Tee liegen egal ob es kaputt ist oder nicht. Ich schmeiße es auch in den Müll, aber mitnehmen tue ich das letzte Tee nicht. Über Sinn und Zweck von Preshotroutinen lässt sich trefflich seperat Bloggen, ich bin aber ein ganz großer Preshutrouinier. Vor jedem Schlag mache ich einen Probeschwung gehe dann 2 Schritte hinter den Ball suche mir das Ziel und dann in Verlängerung zu diesem Ziel einen Punkt 10cm vor dem Ball. Dann stelle ich mich mit geschlossenen Füssen an den Ball richte den Schlägerkopf an diesem Punkt aus und nehme dann die Ansprechposition ein. Das muss alles innerhalb 40 Sekunden passieren weil sonst das Gefühl vom Probeschwung weg ist. Bei Putts lese ich die Linie immer nur von hinter dem Ball nie von der anderen Seite des Loches (von da sehe ich immer was völlig anderes). Einen Probeschwung um dann den Put durch zu führen. Auf dem Weg vom lesen zum Putten drehe ich den Schläger am Griff 2 mal in der Hand. Wenn ich zu Beginn der Runde eine Sonnenbrille trage darf ich diese nicht ausziehen auch wenn die Sonne weg sein sollte. Ziehe ich sie doch aus ist das nächste Loch definitiv schlecht. Ich versuche wenn es mir irgendmöglich ist einen Provisorischen Ball nur zu spielen wenn der Ball mit der Nummer 3 ausgezeichnet ist. Wenn ich mich nicht an oben beschrieben Dinge halte, dann kann man davon ausgehen das die Runde schlecht wird. Verrückt? Ich würde sagen man versucht einfach alles um sein Spiel zu verbessern und ich habe den Eindruck das es hilft. Das hat auch nichts mit dem Glauben zu tun wie wenn man an den Weihnachtmann glaubt, diese Dinge klappen wirklich.

Apropos Weihnachten,

eben jenes steht nun bevor und für mich heißt es eine Pause einlegen. Ich denke dies wird für dieses Jahr der letzte Blog für mich sein, ich werde mir zwischen den Jahren wieder etwas Inspiration holen und im neuen Jahr wieder loslegen. Ich hoffe ihr hattet etwas Spass mit meinen Anekdoten und so wünsche ich euch ein geruhsames Fest und einen tollen Übergang ins neue Jahr.

Bis dahin ein schönes Spiel.

8 Gedanken zu „Apropos

  1. Wie immer sehr interessant. Was die Pre-Shot Routine angeht so habe ich nur eine beim Tee-Shot Vermutlich auch so Thema an dem ich noch arbeiten müsste ! Gruß Matthias

  2. Stark, Ralph.
    Sehr star.
    Und wenn der BRunnen erst einmal angbohrt wurde, sprudelt es.
    Ich freue mich auf das was nächstes Jahr kommen möge (im Blog aber auch an gemeinsamen Runden) und Danke nochmal für das was Du dieses Jahr hier hingezaubrt hast.Sehr stark!

    Das mit der Routine kann ich bestätigen, das machst Du immer. Das fand ich stark.

  3. Ja das mit der Routine ist tatsächlich so eine Sache. Da ein Golfschwung ja eine abfolge der immer gleichen Bewegungsabläufe ist und man sich da schon extrem konzentrieren muss hilft mir diese Routine ein gewisses Mass an Ruhe zu bekommen, man konzentriert sich dann einfach nur noch auf den Schlag. Die 40 Sekunden helfen mir den Kopf lehr zu bekommen.

  4. Ich richte meine Pre-Shot-Routine am Gegner aus. Je hektischer der ist, desto langsamer werde ich. Ich hoffe, ich spiele im Frühjahr gegen Thomas. Der ist danach reif für die Anstalt:-G

    Nein, im Ernst, ich mache immer 2-3 Probeschwünge, die einzig und allein den Zweck haben die richtige Schwungebene die ich haben will zu finden.
    Beim Putte ist das aber schon schwieriger. Erst locker mit eng beieinander stehenden Beinen an den Ball treten, zum Loch gucken, auf den Putter gucken, zum Loch gucken, 2-3 Probeschwünge, zum Putter gucken, Putter hinter dem Ball abstellen, zum Loch gucken, in die Ansprechposition stellen, rechtes Bein ein wenig nach außen, linkes beim ein wenig nach außen, auf der Stelle treten, zum Loch gucken, auf den Putter gucken, zum Loch gucken, auf den Putter gucken, putten, ärgern.

  5. LEute wie ALex sind der Grund, warum eine Runde Golf heutzutage 5 Stunden und länger dauert, denn nach all den Routinen muss er dann auch noch jeden zweiten Ball 5 Min. irgendwo suchen

  6. Der Begriff Routine birgt es ja schon in sich, es muss ein immer wiederkehrender Ablauf sein. Es geht hierbei darum sich auf den eigentlichen Schlag zu konzentrieren, was man macht ist egal sollange es immer gleich ist.

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