Augusta National Golfclub

Der Augusta National Golfclub wurde im Dezember 1932 gegründet und entwickelte sich im Lauf der Zeit zu einem exklusiven,  Golfclub. Und ist der Austragungsort für das erste Major im Jahr, dem Masters. Der Club ist so exklusiv, dass es über ihn keine weitergehenden Informationen gibt, insbesondere die Mitglieder werden konsequent abgeschirmt. In einer Mitgliederliste, die 2002 von USA Today veröffentlicht wurde, finden sich jedoch  bekannte Politiker (George Shultz) und viele prominente Unternehmer und Manager (Jack WelchWarren BuffettWilliam C. FordLou Gerstner). Angeblich wurde die Mitgliedschaft auch dem mexikanischstämmigen Golfchampion Lee Trevino angeboten, der jedoch mit der Begründung ablehnte, er fühle sich in einer weißen, südstaatlich geprägten Organisation unwohl. Die Einladung zum Masters 1970 und 1971 schlug er jedenfalls aus.Als widerlegt gilt jedoch, dass alle oder zumindest alle republikanischen US-Präsidenten Mitglied waren bzw. sind. Einzig der passionierte Golfer Dwight D. Eisenhower, nach dem einige Landmarken auf dem Platz benannt sind, ist gesichert.

Es heißt, dass  der Augusta National Golf Club immer nur ungefähr 300 Mitglieder haben soll, die alles zwischen 25.000 $ und 50.000 $ jährlich für das Privileg bezahlen. Wobei niemand diese Summen bestätigt. Von einem offiziellen Aufnahme- oder Bewerbungsprozess ist nichts bekannt, es wird davon ausgegangen, dass eine Mitgliedschaft nur durch die Einladung des Clubs zustande kommt. Eine oft zitierte Legende besagt, eine solche Einladung werde nicht durch einen Telefonanruf oder Brief übermittelt, sondern durch das kommentarlose Zusenden der Rechnung über den Mitgliedsbeitrag. Zahle der Empfänger, so sei er lebenslang aufgenommen, er erhalte jedoch kein offizielles Dokument darüber. Zahle er nicht, so erhalte er keine weiteren Rechnungen, da der Club dann davon ausgehe, es bestehe kein Interesse.

Die bisherigen Vorsitzenden des Clubs sind Clifford Roberts (1934–1976), William Lane (1976–1980), Hord Hardin (1980–1991), Jack Stephens (1991–1998), William „Hootie“ Johnson (1998–2006) und William Porter „Billy“ Payne (seit 2006). Hier nun die 18 Spielbahnen, die auch untypisch für einen Golfplatz, alle einen eigenen Namen haben

1 Tea Olive, Par 4, 445 Yards

Tea Olive ist ein leichtes Dogleg nach rechts, das sich auch noch bergauf spielt. Versucht man den Fairway-Bunker aus dem Weg zu nehmen, kann man links schnell in den Bäumen liegen. Tea Olive ist eines der schwersten Auftaktlöcher überhaupt. Traditionell werden hier deutlich mehr Bogeys als Birdies gespielt. Und das ist nicht nur der Tatsache geschuldet, dass das der Auftakt ins Turnier ist. Der Schnitt auf diesem Par 4 liegt bei 4,24 Schlägen. Das Grün ist sehr onduliert, beim zweiten Schlag ist daher sehr viel Präzision gefragt, sonst ist man schnell im bei sehr schweren Zwei-Putts.

2 Pink Dogwood, Par 5, 575 Yards 

Pink Dogwood ist ein Dogleg nach links das man bei richtiger Ablage des Drives in zwei Schlägen erreichen kann. Lange, tiefe Grünbunker säumen das langgezogene Grün an der rechten Seite.

Wer in Augusta gewinnen will, muss die Par-5-Löcher ausnutzen. An der 2, der drittleichtesten Bahn, bietet sich die erste gute Birdie-Möglichkeit. Der Schlagdurchschnitt liegt mit 4,82 etwas unter der Vorgabe eines Par 5.

3 Flowering Peach, Par 4, 350 

Dieses kurze Par-4 ist die Bahn, die seit der Entstehung des Platzes insgesamt am wenigsten umgebaut wurde. Alister MacKenzie, der Architekt des Augusta National, glaubte, dass das Design der dritten Bahn nahezu perfekt sei. Flowering Peach ist mit 350 Yards eher kurz, hat es aber dennoch in sich. Der Schlagdurchschnitt liegt mit 4,025 etwas über Par. Vier Fairway-Bunker sorgen dafür, dass die meisten Spieler den Abschlag nur ablegen. Der zweite Schlag ins Grün sollte dann allerdings lieber zu lang als zu kurz sein, sonst wird das Par auf dieser Bahn kaum zu retten sein. Achtung: Das Grün fällt stark von rechts nach links. 

4 Flowering Crab Apple, Par 3, 240 Yards 

Beim ersten Par 3 des Augusta National gilt: Par mitnehmen und schnell weiter. Auf der 4. Bahn ist ein präzises, langes Eisen gefragt. Je nach Wind kann auch ein Fairway-Holz gefragt sein. Der Durchschnittsscore der fünftschwersten Bahn liegt bei 3,234. Der schlechteste Durchschnitt für das Turnier stammt aus dem Jahr 1956 und lag bei 3,493. Das Grün sah im Original wie ein Boomerang aus, ist inzwischen aber etwas weiter gebaut. Zwei Bunker schützen die Fahne.

5 Magnolia, Par 4, 455 Yards http://www.masters.com/en_US/course/hole5.html

Das schwere Par 4 spielt sich als Dogleg nach links und geht bergauf. Die Fairway-Bunker sind so tief, dass jeder, der darin landet, sofort Problem mit dem zweiten Schlag bekommt. Um die Bunker im Knick der Spielbahn aus dem Spiel zu halten, braucht es einen präzisen 315 Yards Drive. Die Bahn ist dem legendären Road Hole des Old Course von St. Andrews nachempfunden.

Der Schlagdurchschnitt liegt bei 4,23. Magnolia ist damit die sechstschwerste Bahn. Das Grün fällt komplett nach vorne, hinten wird es von einem Bunker beschützt.

6 Juniper, Par 3, 180 Yards 

Das zweite Par 3 auf den ersten 9 sieht auf den ersten Blick relativ einfach aus. Nicht so lang wie die 4. Bahn, dazu ein großes Grün.

Doch das Grün ist erhöht und stark onduliert. Wer nicht das richtige Plateau des Grüns trifft, bekommt je nach Fahnenposition Probleme.

Ursprünglich wurde das Grün durch einen kleinen Fluss geschützt, der in den 50ern zu einem Tümpel umgebaut wurde. Doch weil der nur sehr selten ins Spiel kam, wurde das Wasserhindernis 1959 entfernt. Der Schlagdurchschnitt liegt bei 3,11.

7 Pampas, Par 4, 450 Yards

Der Abschlag sollte die linke Seite des Fairways treffen, um nicht nur einen geraden Stand für den zweiten Schlag ins Grün zu haben, sondern auch um die tiefhängenden Äste der Bäume auf der rechten Seite aus dem Spiel zu halten. Erschwerend kommt hinzu, dass das Grün durch insgesamt fünf Bunker sehr gut bewacht wird. Drei große Bunker schützen das erhöhte Grün vorne, zwei weitere hinter dem Grün machen die 7. Bahn mit einem Durchschnitt von 4,25 Schlägen zur drittschwersten Bahn des gesamten Platzes.

8 Yellow Jasmine, Par 5, 570 Yards 

Die 8. Bahn ist mit 4,795 Schlägen im Schnitt eine echte Birdie-Chance. Auch wenn es bergauf geht, ist das Grün für Longhitter in zwei Schlägen erreichbar. Sie sollten aber auf jeden Fall aufpassen, den Ball vom Abschlag aus eher rechts zu platzieren, links drohen schnell Probleme. Das lange, schmale Grün wird ausnahmsweise mal nicht von Bunkern geschützt. Dafür sorgen viele kleine Hügel ums Grün herum schnell für Probleme, wenn man das Grün verfehlt. 1967 spielte Bruce Devlin hier das zweite Albatross der Masters Geschichte.

9 Carolina Cherry, Par 4, 460 Yards 

Die 9. Spielbahn ist vor allem bekannt für sein Grün, das von hinten nach vorne abfällt. Wer zu lang ist, hat einen der schnellsten Bergab-Putts der Welt vor sich. Wer zu kurz bleibt, kann zusehen, wie sein Schlag vom Grün wieder aufs Fairway zurückläuft. Hier ist also beim zweiten Schlag sehr viel Präzision gefragt. Die Spieler versuchen vom Tee die rechte Spielbahnhälfte zu treffen, um die beiden Grünbunker auf der linken Seite aus dem Spiel zu halten.

10 Camelia, Par 4, 495 Yards

Die 10te Bahn ist mit 4,296 Schlägen historisch das zweitschwerste Loch des Platzes. Die Bahn ist ein Dogleg nach links. Der Höhenunterschied vom Abschlag zum tiefsten Punkt des Fairways beträgt fast 100 Meter. Bis 1935 war das die erste Bahn auf dem Augusta National und ist oft das erste Playoff-Loch. 2012 gewann Bubba Watson an der 10. Bahn, damals das zweite Extraloch, gegen den Südafrikaner Louis Oosthuizen, obwohl Watson seinen Abschlag rechts tief in den Wald schlug. Was dann kam, war einer der spektakulärsten Rettungsschläge und ist inzwischen Masters-Geschichte.

 

Bubba Watson schlug den Ball mit einer extremen Rechtskurve 30m aus dem Wald, der Ball rollte aufs Grün und Watson gewann mit einem Par seinen ersten von zwei Masterstiteln.

11 White Dogwood, Par 4, 505 Yards

Der Beginn der berühmten Amen Corner. Inzwischen ist dieses Par 4 noch schwerer als die 10. Bahn. Der Schlagdurchschnitt liegt mittlerweile bei 4,35. Nicht nur der Wind wird hier zu einem wichtigen Faktor, sondern auch Rae´s Creek kommt erstmals ins Spiel. Das Wasserhindernis, seit 1950 als Teich ausgebaut, schützt das Grün auf der gesamten linken Seite, rechts wird das lang ins Wasserhindernis gezogene Grün von einem Bunker verteidigt. Wer beim zweiten Schlag kein Risiko eingehen will oder kann, spielt daher seinen zweiten Schlag lieber rechts neben das Grün, um dann mit einem Chip-Putt das Par eventuell zu retten. Eines der faszinierenden Löcher im Golfsport, an dem man das Masters nicht gewinnen, aber durchaus verlieren kann.

12 Golden Bell, Par 3, 155 Yards

Das wohl inzwischen bekannteste Par 3 der Welt, mit der berühmten Hogan-Bridge bildet das Herzstück der Amen Corner. Man sollte meinen, dass diese kurze Bahn, meistens mit einem Eisen 9 gespielt, für die Pros ein leichtes Ziel bietet. Aber wenn der unberechenbare Wind ins Spiel kommt, wird auch dieses kurze Par 3, dank Rae’s Creek, des sehr schmalen Grüns und vieler Bunker schnell zum Spektakel. Jordan Spieth vespielte hier 2016 seinen sicher geglaubten zweiten Masterssieg in der Finalrunde, nachdem er gleich zwei Bälle in Rae‘s Creek schlug und eine 7 auf seiner Scorecard notieren musste.

Die 12te Bahn spielt man vor fast 20.000 Zuschauern. Mitten in der Amen Corner liegt einer der begehrtesten Zuschauerplätze im Golfsport überhaupt. Die Menschen pilgern früh morgens direkt zu diesen Plätzen, wer auf dem Weg dorthin schnell läuft oder gar rennt, wird übrigens direkt des Platzes verwiesen. Auch so eine Eigenheit des Masters.

13 Azalea, Par 5, 510 Yards

Die von 1600 Azaleen gesäumte 13. Bahn markiert das Ende der Amen Corner. Es gibt kaum eine spektakulärere Bahn als dieses Par-5-Loch. Hier ist alles möglich. Die Spieler können mit einem Draw attackieren, um mit einem Birdie oder vielleicht sogar Eagle noch mal anzugreifen.

Oder sie können auch alles verspielen. Das Grün liegt links hinter Rae‘s Creek und am Sonntag ist die Fahnenposition eine der schwersten auf dem gesamten Platz. Dann steht die Fahne hinten rechts, kurz vor dem Wasserhindernis. Das gesamte Grün hängt von hinten nach vorne, so dass die Spieler fast immer sehr schwere Bergabputts vor sich haben. Das Grün dürfte das wohl am meisten fotografierte Grün der Welt sein.

14 Chinese Fir, Par 4, 440 Yards

Die 14. Bahn ist seit 1952 das einzige Loch in Augusta ohne Bunker. Damals wurde der einzige Fairwaybunker beseitigt. Dafür erwartet die Spieler aber das Grün mit der wohl größten Ondulierung. Die linke Hälfte ist dabei deutlich höher als die rechte. Wer seinen zweiten Schlag, in aller Regel ein mittleres Eisen, hier auf das falsche Plateau spielt, kann sein Par fast vergessen.

15 Firethorn, Par 5, 530 Yards

Ähnlich wie bei der 13. Bahn ist hier fast jeder Score möglich: 3, 4, 5, 6, 7… Es ist mit 4,776 Schlägen statistisch die leichteste Bahn des Platzes. Erreichbar ist das Grün in zwei Schlägen. Aber dafür braucht es einen langen, akkuraten Drive. Vor dem quergebautem Grün zieht sich ein Wasserhindernis, dass vielen zum Verhängnis wurde.

Gene Sarazen schlug hier 1935 seinen „shot heard ‚round the world“ als er sein 4er Holz aus 235 yards direkt zum Albatross einlochte. 1935 hatte das 15th Grün noch keinen Grünbunker, auch deshalb weil Bobby Jones der Meinung war, dass alle Par5 auf dem Platz für die guten Spieler mit zwei Schlägen erreichbar sein sollten. Inzwischen wird das Grün rechts von einem Bunker eingerahmt. Wer attackieren muss, bekommt hier wohl die letzte realistische Chance dafür.

16 Redbud, Par 3, 170 Yards

Der Schlag zum Grün geht komplett über ein Wasserhindernis. Das gesamte Grün fällt von rechts nach links. Am Sonntag steckt die Fahne hinten links, kurz hinter einem der drei Bunker, die das Grün zusätzlich schützen. In der Finalrunde spielen sich traditionsgemäß hier die Dramen ab. Wer erinnert sich nicht an Tigers Chip-in 2005, als es den Ball vier Meter über das Loch spielte, er dann rechts abbog, um am Ende mit der letzten Umdrehung doch noch ins Loch zu fallen?

 

Die 16te Bahn war aber auch schon oft das Ende der Titelträume, weil die Spieler es zu aggressiv anspielten.

17 Nandina, Par 4, 440 Yards

Markenzeichen war jahrzehntelang der Eisenhower Tree auf der linken Seite des Fairways. Der ehemalige US-Präsident traf den Baum, der ca 210 Yards vom Tee weg stand, so oft, dass er ihn eigentlich fällen wollte. Stattdessen wurde er nach ihm benannt. Im Februar 2014 wurde dann ein Schneesturm dem Baum zum Verhängnis. Das Par 4 spielt sich bergauf. Das Grün wird von zwei Frontbunkern geschützt, so dass die Spieler einen hohen zweiten Schlag ins Grün spielen müssen.

18 Holly, Par 4, 465 Yards

Eines der berühmtesten letzten Löcher der Welt. Der Blick vom Abschlag durch die enge Waldschneise ist wirklich atemberaubend. Das Grüne Jackett vor Augen benötigt man hier noch mal einen perfekten Abschlag. Sitzt der Mitte Fairway, hat man ein mittleres Eisen ins Grün, das von zwei Bunkern geschützt wird. 4,159 Schläge machen es zum achtschwersten Loch auf dem Platz. Eine anspruchsvolle letzte Bahn für eines der schönsten und schwersten Turniere der Welt.

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