Aus gegebenem Anlass

Es gibt diese Orte, die nicht älter, sondern nur noch berühmter und ruhmreicher werden.
Wembley kennt jeder Fußballfan. Wimbledon ist das Mekka des Tennissports und St. Andrews in Schottland „The Home of Golf“. Sportstätten, die zu betreten jeder Sportler träumt. Dort zu gewinnen aber nur ganz wenigen vergönnt ist. Oft entstehen bei diesen Siegen Mythen und Helden. Bei normalen Turnieren feiert man den Sieger, hier verehrt man sie. Dazu gehören im Golf die 4 Majorturniere.
Die PGA Championship und die US Open mit ihren jährlich wechselnden Plätzen haben aber nicht den Glanz, den The Open (British Open) oder das Masters in Augusta ausstrahlen.
The Open sind einfach The Open und quasi der Olymp des Golfsports in seiner ursprünglichen, britischen Art. Danach aber kommt direkt, und das wohl für jeden Golfer, das Masters in Augusta.
Augusta ist kein Ort an dem man Ferien machen würde
Dafür spielt man dort aber immer am ersten Aprilsonntag die Finalrunde des Masters. Und das bereits seit 1934 auf einem, wenn nicht gar mittlerweile dem schönsten Golfplatz der Welt. Seine Länge von inzwischen 7435 Yards bei Par 72 ist nicht die Herausforderung, es sind die 18 Bahnen

und insbesondere Amens Corner, die wohl berühmtesten drei Golfbahnen der Welt. Die Bahnen 11, 12 und 13. Dort entscheidet sich das Masters. Gewinnen kann man es da noch nicht, aber verlieren. Und dort finden sich auch immer wieder die größten Zuschauermassen. Und die gibt es in Augusta reichlich. Und das obwohl es keine Sportveranstaltung gibt, für die man schwerer an Tickets kommt. Wer ein Ticket ergattert hat, gibt es auch nicht freiwillig wieder her und die 2000 eröffnete Warteliste wurde bereits 2002 wieder geschlossen und ist seitdem nicht mehr aufgemacht worden. Sprich, man kann sich gar nicht um reguläre Tickets bewerben. Auch das ist ein Grund für den Mythos Masters und den

Augusta National Golf Club, ein Ort an dem Helden geboren werden

Von so einer Einladung träumt jeder Golfer.
In Augusta hat jede Bahn einen eigenen Namen (Platzbeschreibung auf spox.com)
Ich bekomme schon beim Schreiben dieser Zeilen Gänsehaut, wenn ich nur an die Bilder denke, wenn jeder Spieler in Augusta auf Bahn 1 –  Tea Olive, Par 4 mit 455 Yards und historisch gesehen die 6 schwerste Bahn des Courses – vorgestellt und begrüßt wird.
Augusta ist das Turnier für die ganz besonderen Momente
Es ist nur einer von unzähligen Momenten und Mythen.
Ein Schlag von von vielen, die bisher schon in die Golfgeschichte eingegangen sind. Ich sehe das immer und immer wieder gerne.

Was sich am Finaltag 2010 an der 13ten Bahn (Azalea), ein Par 5 mit 510 Yards, abspielte ist einer dieser Augenblicke in dem Helden geboren werden. OK, Mickelson war vorher schon ein Held. An der 13 ist alles möglich ist. Man kann mit einem Birdie noch mal angreifen oder auch das Turnier komplett verlieren.
Mickelson verzog seinen Abschlag rechts in den Wald wo die ca. 1600 Azalen stehen, die der Bahn ihren Namen geben. Der Ball liegt so an einem Baum, das er für einen Linkshänder eigentlich nicht zu spielen ist. Er hat noch über 180 Meter bis zur Fahne die auf dem Grün kurz gesteckt ist und von einem Graben verteidigt wird. Sein Caddie rät ihm den Ball aufs Fairway zu spielen, um dann mit dem Dritten die Fahne zu attackieren. Mickelson wäre nicht Mickelson, wenn er das auch getan hätte. Er hatte eine andere Idee, denn er wollte das Masters gewinnen. Am Ende siegte Mickelson auch dank dieses Schlages, vor Lee Westwood und Anthony Kim.
Aber das Masters sucht sich auch seine Opfer und Tragödien
So geschehen im letzten Jahr. Mit Rory McIlroy. Der damals 21 jährige Ire spielte wohl die bis dahin besten 54 Löcher seines Lebens und ließ der Konkurrenz keine Chance. Am Finaltag ging er mit -11 und damit 4 Schlägen Vorsprung auf die Zweitplatzierten an den Star. Nach 9 Bahnen lag er nur noch bei -10, aber immer noch einen Schlag in Führung.
Doch dann kam die 10. Und ein Fehlschlag, von dem sich McIlroy nie wieder an diesem Finaltag erholen konnte. Das Triple Bogey an der 10 brach ihm das Genick und er brauchte die zweiten 9 sagenhafte 43 Schlägen. Insgesamt verlor er am Ende 14 Schläge auf den Sieger Charles Schwartzel, der seinerseits eine unglaublich konstante und gute 66er Schlussrunde spielte und dem Druck bis zum Ende standhielt.
Das McIlroy an dieser Niederlage nicht zerbrach, sondern im Anschluss die US Open gewann und im Februar diesen Jahres sogar die Nummer 1 der Welt wurde, spricht für die Psyche, das Talent und den Sportler Rory McIlroy. Für mich ist er definitiv einer der heißesten Favoriten auf den Masters-Titel 2012!
Doch was macht Augusta so legendär?
Zum einen ist es der vom legendären Bobby Jones (dem besten Golfer seiner Zeit) 1931 nach seinen Idealvorstellungen erbaute Golfplatz. Hier alte Dokumente und Berichte zu und aus dieser Zeit.
Dazu kommt, dass das Masters das einzige Majorturnier ist das immer auf demselben Platz ausgetragen wird, dem Augusta National Golf Club, einem der exklusivsten Golfclubs überhaupt, der im Dezember 1932 gegründet wurde und bisher gerade mal, mit William Porter „Billy“ Payne (seit 2006) seinen 6ten Präsidenten hat. 6 Präsidenten In 70 Jahren, wir haben den dritten Bundespräsidenten in 2 …
Augusta ist Tradition pur.
Es gibt viele Gerüchte und Sagen um und über Augusta und den Golfclub. 
So hat der Augusta National Golf Club angeblich nie mehr als 300 Mitglieder, die sich das Privileg dort Mitglied zu sein, irgendwo zwischen 25.000 US$ und 50.000 US$ jährlich kosten lassen.
Es gibt keine offiziellen Aufnahme- bzw. Bewerbungsprozess und es wird davon ausgegangen, dass die Mitgliedschaft nur durch eine Einladung von Seiten des Clubs zustande kommen kann. Die Legende besagt, dass man eine solche Einladung durch das kommentarlose Zusenden der Mitgliedsbeitragsrechnung erhält. Zahlt der Empfänger, so ist er aufgenommen, erhält aber nie ein offizielles Dokument darüber. Frauen dürfen als Gäste eines Mitglieds auf dem Golfplatz spielen und laut offizieller Verlautbarung gibt es auch keine clubinterne Regel, die die Aufnahme von Frauen verbietet, dennoch wurde bisher noch keine Frau tatsächlich eingeladen Mitglied zu werden.
Das beim Masters traditionell an den Gewinner verliehene Green Jacket führte man bereits 1937 ein. Die Idee war, dass die Clubmitglieder ihre Jacket während des Turniers tragen, damit die Zuschauer jederzeit sofort Ansprechpartner erkennen konnten, falls es Fragen gab. Seit 1949 erhält der Gewinner des Turniers, neben seinem Green Jacket, auch ein lebenslanges Teilnahmerecht am Masters. Neben dem Green Jacket erhält der Gewinner auch eine Goldmedaille und eine Replika des Clubhauses in Silber. Zusätzlich erwirbt er sich Spielberechtigungen für die kommenden fünf Jahren an den anderen drei Majors und den Players Championship, sowie eine fünfjährige Spielberechtigung für die US PGA Tour. Der Zweitplatzierte bekommt eine Silberplatte, eine Medaille. Der beste Amateur bekommt den Silver Cup, der zweitbeste die Silver Medal.
Es ist Tradition, dass der Gewinner des Vorjahres dem aktuellen Gewinner bei der Siegeszeremonie ins Jacket hilft. Deshalb zog sich Jack Nicklaus bei seiner erfolgreichen Titelverteidigung 1966 das Jacket auch selber an. Später übernahm bei Wiederholungssiegen (Faldo 89/90 und Woods 01/02) der Clubvorsitzende diese Aufgabe. Der Sieger darf sein maßgeschneidertes Sakko für ein Jahr mit nach Hause nehmen und danach wird es dann im Clubhaus verwahrt und steht ihm bei Besuchen jederzeit zur Verfügung.
Seit 1983 dürfen die Pros erst ihre eigenen Caddies mit nach Augusta bringen, davor wurden die Caddies vom Klub gestellt.
Aber beim Masters ist auch die Stimmung inzwischen ein wesentlicher Bestandteil des Mythos.
Die Zuschauermassen an den vier Tagen sind unfassbar. Eine Groundticket für Augusta  zu bekommen, ist schwerer als ein Ticket für den Superbowl zu ergattern. Teilweise sieht es um die Grüns herum aus, wie in Fußballstadien und auch deshalb gilt:
Augusta rockt!
 
Wer erfahren will, was ich meine, sollte ab Donnerstag unbedingt das Masters 2012 auf SKY oder sonstwo verfolgen!
Denn erklären kann man das eigentlich nicht…

Edith fragt mich gerade nach meinen Masters-Favoriten:
Ich denke, dass Tiger und McIlroy Topfavoriten sind, während Donald, Westwood, Scott und Mckelson große Aussenseiterchancen haben werden.

Edith sagt:
Wer das Msters nicht jeden Tag und immer verfolgen kann, sollte sich das entsprechende App holen.Für IPhone UND IPad (Klick mich), das Teil ist sensationell und kostenlos.

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