Der X-Faktor

Höher, weiter und immer länger. Wenn man sich das Golfspiel im Fernsehen so anschaut und die einschlägigen Gazetten und Blogs liest, dreht sich im Golf alles nur um Länge. Da haut der Rory McIlroy in Cherry Hill seinen Ball mit dem Holz 3 satte 370 Yards weit und alles jubelt. Okay, die Höhenluft von 1.600 Metern macht die Bälle 10-15% länger, aber so what. 370 Yards mit dem Holz 3!
Und es gibt viele schlaue Köpfe, die genau wissen warum er so weit schlägt wie kaum ein anderer Spieler. Unter anderem hat Fabian Bünker das in seinem Blogbeitrag analysiert und begründet. Logisch ist, dass McIlroy eine enorme Schlägerkopfgeschwindigkeit haben muss. Die begründet er und die Golfwelt mit dem X-Faktor.
Ja, der X-Faktor.
Kennt ihr, oder? Fabian schreibt darüber folgendes, ich zitiere aus dem Blogbeitrag:

Im Takeaway führt er den Schläger in einem One-Piece-Takeaway zurück. Das ist der Grundbaustein dafür, dass er einen enormen X-Faktor (Differenz Rotation der Schultern gegen die Hüfte) aufbauen kann. In einem One-Piece-Takeaway bewegen sich die Schultern, Arme und der Schläger bis in die 9-Uhr-Position als eine Einheit.
Takeaway, One-Piece… alles klar.
Es geht eigentlich um Winkel, Rotation, Schlägerkopfebene.
Und so.
Aber eigentlich geht es darum, dass der Bursche sich extremst drehen kann.
Und jetzt kommen wir zu meinem Problem. Rory McIlroy, die aktuelle Nummer 1 der Welt golft seit frühester Kindheit. Er macht nichts anderes als Golfen und hat die besten Trainer, Analysten etc. Und er ist keine knapp 50.


Die Quelle: Sport Science: Rory McIlroy’s Power Off The Tee
Unfassbar. Sehr gute Analyse. Und was für eine unglaubliche Belastung der Muskulatur und des Rückens. Eine unglaubliche Dynamik, bei ihm sieht man auch die Geschwindigkeit die man produzieren kann.
Aber auf mich und mein Spiel bezogen bedeutet dass, das ich entweder das Spiel aufgebe, weil ich mich niemals so weit werde drehen können und damit auch niemals so weit schlagen kann oder dass ich akzeptiere, dass mein Körper das nicht kann, ich aber versuche den X-Faktor im Idealfall zu vergrößern oder einfach nur zu stabilisieren. 

Ich werde mich niemals auch nur ansatzweise so verdrehen und den Körper so schnell drehen können. Ich kann meine Möglichkeiten analysieren, diese akzeptieren und schrittweise optimieren und versuchen diese „Defizite“ so weit abzubauen, wie es geht. Gleichzeitig muss ich akzeptieren, dass ich das niemals erreichen werde, auch nicht mit noch teurerem Equipment. Ich begreife langsam, das ich mich auf das was ich kann und dazu verstärkt auf das kurze Spiel konzentrieren muss. Und diese Stärken weiter zu optimieren und dabei Schwächen abzubauen. Und das werde ich heute Nachmittag mal wieder probieren. ich freue mich sehr, denn heute ist das erste Mal seit 10 Tagen, dass ich wieder auf den Golfplatz komme.
Der Grund dafür ist bei weitem keine mangelnde Trainingsbereitschaft meinerseits, im gegenteil, wenn ich könnte wie ich wollte, würde ich jeden tag den Schläger in die Hand nehmen und trainieren. nein, der Grund für diese Pause ist sondern viel profaner, es ist nämlich der eigene Job und die Tatsache, dass ich mein Geld nicht mit Golf verdiene verdiene. In meinem Fall muss es heißen, verdienen muss. Denn wenn ich ehrlich bin, würde ich verhungern, wenn ich mit Golf mein Geld verdienen müsste. Auch der größte Trainingsfleiß würde mich niemals mehr in die Lage bringen so gutes Golf zu spielen, dass mich irgendwer dafür bezahlen würde. 

Jetzt werde ich in nächster Zeit aber dennoch mal das alte Fleisch, die viel zu kurzen Sehnen und unterentwickelte Muskelmasse quälen und mich mal bewusst etwas mehr auf meine X-Faktor konzentrieren. Wenn ich sehe, wie klein der ist, da geht doch noch was. Vielleicht… 
Und falls ihr euch fragt, wer Fabian Bünker ist, er ist sportlicher Leiter im GC St. Leon-Rot
Nur Golf findet ihr auch unter:

     und     

und man kann uns im radio hören: Jeden Montag ab 19 Uhr im Programm von 

http://meinsportradio.de/podcast-golf.html

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