Die Deutsche Golf Liga


Der DGV bereitet sich auf Olympia vor. Man will, wie die anderen Sportarten im DOSB es seit Jahrzehnten erfolgreich vormachen, massenweise Olympiasieger züchten. Und da Golf ja eine typisch deutsche Sportart ist, zu der die Jugend unseres Landes in Heerscharen strömt, bot sich mit der Aufnahme ins Angebot der Olympischen Spiel 2016 eine Reformänderung an, um die Massen an Sportlern auch ordentlich beurteilen und einteilen zu können. Ach was, sie wurde zwingend notwendig, denn man will ja dem nun sicherlich schlagartig und exorbitant steigenden Medieninteresse gerecht werden.Und hat dafür einen tollen, schlagfertigen Claim entwickelt: Vision Gold->

Wenn man schon mal so in lustiger Runde zusammensitzt und die kommenden Gold-Medaillengewinner aus Deutschland im Golfsport am Reißbrett plant, muss man dem ganzen aber in der Tat auch einen schönen Arbeitstitel geben.
Einen, der hochgradig glaubwürdig ist und sofort klar macht, worum es geht:
Vision Gold

Und dann, man hat schon mal kreativ ist und ja quasi einen Lauf hat – der Name ist doch schon mal ein Hammer, oder? – kann man ja auch noch gleich mal den Heerscharen an Spielern, die mangels Turnierangeboten sonst kaum zum Spielen kämen, auch noch ein neues Ligasystem spendieren. 
Statt wie bisher, und wie im Golf auch immer und weltweit üblich, an einem Wochenende die Meister aller Turniere zu ermitteln, macht der DGV jetzt einen auf hypermodern und erfindet das Rad. Und zwar komplett neu.
Vision Gold

Ja, man hat DAS Ding, die Erfindung, die zündende Idee, um auch ganz sicher zu gehen in Sachen:
Vision Gold  
Man veranstaltet dieses Jahr erstmalig einen Ligabetrieb. So von jetzt auf gleich.
Wahnsinn. 
Das läuft gerade immer noch so super, lasst uns doch auch gleich noch den Modus ändern. Wenn wir es schon nicht schaffen, den deutlich attraktiveren Einzel-Spieltag im Matchplay-Modus zu vermarkten, dann kann man doch direkt auf das unubersichtlichere Zählspiel übergehen. 
Das bekommen wir zwar auch nicht richtig mediengerecht vermarktet, können aber so das Handicapsystem deutlich verbessern. Handicap ist in Sachen Vision Gold etrem wichtig Und im Zuge der Olympia-Anpassung muss des dann halt auch ein neues Ligasystem sein. Also. 
Erfinden wir schnell mal den Ligabetrieb an fünf Spieltagen im Zählspielmodus. Und zwar für alle Alters- und Leistungsklassen, die als potentielle Olympiasieger in Frage kommen. Also natürlich nicht die Jungesenioren udn Senioren, die damit auch wieder mal die Gewinner sind.
Vision Gold
Und einen neuen Namen haben wir auch gleich noch parat:
Deutsche Golf Liga.
Das Titelsponsoring mit dem Hersteller von Puttern wurde am 15. Februar vom DGV bekannt gegeben.
Ich muss gestehen, dass ich überrascht bin. 
Nicht über Kramski, sondern über die Tatsache, dass der DGV tatsächlich einen Titelsponsor für seine Liga gefunden hat. Aber bevor hier Hoffnung bei einigen Clubs aufkommen mag:
Nein, das Sponsoring und die Einnahmen laufen nur über den DGV. Es wird keinen Cent abgeben. 
Warum auch? 
Wofür auch?
Machen andere Ligen doch auch nicht?
Wie, machen sie doch?
Wirklich?
Ach egal.
Der DGV braucht das nicht. Also abgeben.
Und die Clubs brauchen auch keine finanzielle Unterstüptzung bei der Implementierung des neuen, deutlich teureren Spielsystems. 
Die schwimmen doch eh alle im Geld, ähhh Gold.

Vision Gold

Aber zurück zum Thema.
Die Deutsche Golf Liga und ihre Einführung.
Ich selber spiele ja in keiner der betroffenen Mannschaften, sondern bei den Jungsenioren in unserem Club. Und die sind von der Liga-Regel genauso freigestellt, wie die Senioren. Die Jugendteams hingegen werden ebenfalls in einem Liga-System organisiert. 
Warum?
Dazu ein Zitat:
Deutsche Golf Liga
Die Deutsche Golf Liga (DGL) ist ein zentraler Bestandteil der Vision Gold. Entwickelt wurde die Deutsche Golf Liga gemeinsam mit dem Sportrat, Experten aus sportwissenschaftlichen Einrichtungen, Landesgolfverbänden und Bundesliga-Golfclubs. Die Überzeugung: Nur aus einer starken nationalen Wettkampfkultur heraus können Spielergenerationen  entstehen, die große internationale Erfolge erzielen.“ 
Vision Gold.
Dafür wurden die erste Bundesliga der Damen und Herren jeweils in eine Nord und Südstaffel aufgeteilt, in der jeweils 5 Mannschaften die zwei Absteiger pro Staffel, als aber auch die beiden Halbfinalisten ausspielen, die dann (vier Teams) an einem WE im alten Modus den DMM ausspielen werden.
Das System basiert auf der klassischen PyramidenUnterteilung, sprich, in der zweiten Liga wird es dann zukünftig vier Staffeln geben, in Liga drei schon acht und so weiter. Spieleinteilung und Teams Damen hier, Herren hier. Das erhöht die Chancen. Viele neue Clubs und Spieler kennen zu lernen. Typisch Olympia halt. Dabei sein ist alles. 
Ein weiteres Zitat dazu:
Zusätzlich stärken wir die nationale Wettspielsystematik und -kultur im Sinne
• erhöhter Qualität und Quantität der Wettbewerbe,
• stringenter Kontinuität im Aufbau,
• erkennbarer Präsenz in der nationalen Sportwelt,
• gesteigerter Spannung und Emotionalität,
• größerer Transparenz,
• verbesserter Attraktivität für Sponsoren und
• stärkerer medialer Aufmerksamkeit (noch weniger geht gar nicht)

Für die teilnehmenden Clubs und Anlagen besteht zudem die Gelegenheit, sich über ein leistungssportlich ausgerichtetes Profil am Markt zu positionieren.“

Vision Gold
Kann man aber auch so verstehen, dass in zwei, drei Jahren nur noch die Clubs die

Bundesligateas stellen, die wirklich das nötige Gold ähhh Geld dafür haben, mehrere Teams an mehreren Wochenenden quer durch die Republik zu schicken. 
Dazu braucht es mehrere Spitzenspieler/innen pro Mannschaft. Und zwar auch in der Jugend. Betreuer, Caddies, Reisekosten , Unterkünfte etc. Das kostet richtig viel Geld und nicht alle Clubs haben potente Sponsoren oder Mitglieder die erfreut darüber sind, dass ab sofort ein erheblicher Teil des Jahresbudgets für den Mannschaftssport drauf gehen soll.
Mal ganz davon abgesehen, dass einige Clubs Probleme haben werden, überhaupt alle geforderten Jugendteams für den Ligabetrieb zusammen zu bekommen.  

Aber damit sind wir wieder da wo der Golf eigentlich weg wollte. 
Elitär. 
Vision Gold
Kaum erschwinglich und es wird eine Dreiklassengesellschaft geben. die 10 Klubs, die sich die Kosten locker leisten können, dann vllt. 10-20 weitere, die sich das gerne leisten können wollen, aber es nicht immer und richtig können und die breite Maße, die immer mal wieder ein zwei Highlights setzen kann, aber ansonsten unter sich bleibt. hgenau wie die Spitze.

Ach ja, ich bin ganz klar gegen den Modus. Vor allem, wenn der DGV keine nenennswerten Einnahmen egenriert und/oder EInnahmen an die Clubs weitergibt. Doch das ist ein anderes Thema.

Folgende Termine wurden als Spieltage für die Deutsche Golf Liga festgelegt:

    12. Mai 2013
    02. Juni 2013
    30. Juni 2013
    21. Juli 2013
    04. August 2013
    11. August 2013 (Nachholtermin)
Und dann, im September, wird es ein Finalwochenende geben.
Die Mannschaften in den in Nord und Süd aufgeteilten 1ten Damen und Herren Bundesligen, die nach Abschluss der Ligaspiele auf dem 1. bzw. 2. Tabellenplatz der Gruppe Nord oder Süd platziert sind, spielen auf einem neutralen Platz den Deutschen Mannschaftsmeistertitel im Final Four aus.
Yeap. 
Hatten wir bisher auch so. Nur waren es nicht vier sondern acht Teams.
Und das wird dann wie ausgetragen?
Im Matchplay…?
Wahrscheinlich.
Aber Hauptsache, man ist da dann unter sich und kann in Ruhe, unbelässtigt von der Außenwelt oder irgendwelchen Dorfplatzgolfern, auf die 
Vision Gold anstoßen.
Nur Golf gibt es natürlich auch auf

              und        

Edith sagt übrigens gerade, dass der DGV sich auch alle Bildrechte gesichert hat, sprich, wenn ihr denn da mal hingehen solltet, gehört das Filmmaterial und die Rechte daran dem DGV.

2 Gedanken zu „Die Deutsche Golf Liga

  1. Hallo Thomas, zu erst einmal möchte ich dir Danken für deine Aufklärung ich bin nicht im entferntesten im Bilde über das was da abgeht. Ich formuliere meine Empfindung auf das gelesene mal so, also vorsichtig: "Ich bin entsetzt!" wenn das stimmt und warum sollte ich an deinen Worten zweifeln weiß ich doch das du dich sehr um eure Damenmannschaft bemühst und damit quasi ein Insider bist, Ist das das Ende eines Breitensportorientiertem Wettkampfwesens.

    Aus meiner Zeit als ambitionierter Amateuer weiß ich noch wie es war in der ersten Herren Mannschaft eines "Wald und Wiesen Clubs" zu sein. Wir hatten einmal die Woche Training anreise und Unterkunft mussten selbst finanziert werden. Caddies waren unsere eigenen Beine und wisst ihr was? Es war einfach Toll. Wir hatten so einen tollen zusammenhalt im Team und so viel Spass einfach mal durch die Lande zu ziehen und manchmal zu gewinnen häufig aber zu verlieren. Mein Highlight war der Aufstieg in die nächst höhere Klasse.

    Wenn das so wird wie du beschreibst ist es damit aus denn das kann sich wirklich nur noch die Elite leisten.

    Wieder ein Grund der mich in der Auffassungbestätigt dem Amateur Wettkampfgolf fern zu bleiben. Ich geh einfach zocken und habe Spass, manchmal vermisse ich aber den Wettkampf, aber nicht zu deren Bedingugen.

    Bitte erzählt mir nix von ner weiteren Rydercup Bewerbung, Bringt erst mal das eigene Chaos ins Reine.

    BTW wer spielt denn bei Olympia? Amateure oder Profis? Richtig die Pros, und da auch nicht irgendwelche sondern die Leistungsspitze, also was soll dann ein solcher Unsinn im Breitensport? Egal auf welchem Level.

    So und jetzt rege ich mich wieder ab.

    CU

  2. Ach so.
    Die Clubs dürfen pro Spieltag auch einen Playing Pro einsetzen, wenn der drei (fünf?) Jahre lang im Club gespielt hat. Dann darf Kaymer auch mit spielen.
    Oder Moritz Lampert für St. Leon Rot…

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