Dieser Weg wird kein leichter sein…

Als ich vor drei Jahren (Mai 2009) mit dem Golf anfing, hörte ich meinen Trainer, der irgendwann im Training mal sagte:
„Die meisten hören nach der PE mit den Trainerstunden auf, um nur noch zu spielen. Sie kommen in ein paar Jahre zu mir und sagen: Hilfe – Ich brauche eine Trainerstunde. Nachdem sie jahrelang irgendwas gemacht haben, wollen sie, dass ich mal eben schnell ihren „Schwung“ richte…“

Zum Glück habe damals zugehört, denn sonst könnte ich mich jetzt, drei Jahre später,  nicht an seine Worte erinnern. Aber natürlich habe auch in seitdem viel zu wenig trainiert und noch viel weniger Trainerstunden genommen. Ich habe das gemacht, was die meisten Anfänger machen, ich bin nach der PE direkt auf den Platz und wollte die Golf-Welt erobern. OK, ich war drei- viermal im Jahr beim Trainer, natürlich habe ich vor jeder Runde meinen (20-30.) Bälle geschlagen. Und so bin ich, auch weil ich viel gespielt habe, inzwischen bei einem Hdcp von -29,3. Ein Hdcp. das ich normalerweise ganz locker spiele. Gefühlt (und an guten Tagen) bin ich eher Hdcp. 21 – 23 oder so.

Ich spiele es vor allem dann, wenn ich einen gewissen Rhythmus finde und nicht nach jedem Schlag stundenlang warten muss bis ich wieder schlagen darf, wie es oft bei (Einladungs-)Turnieren der Fall ist. Und wenn ich nicht ständig an meinen Schwung (oder was ich dafür halte) denke. Oder denke, dass ich nicht denken sollte…
Mein Trainer, Joel Goodson meint zwar, es wäre quatsch, dass mich zu viele Gedanken ablenken, weil wir immer irgendwas denken. Er kennt mich noch nicht gut genug – er hat ja keine Ahnung was ich alles denken kann, während ich den Ball anspreche…
Dabei sind das nur Gedanken-Auszüge die ich vor, während und nach nach einem Schwung habe. Wenn es mir allerdings gelingt, nicht an den Schwung sondern an irgendwas Positives wie z.B. den Ball spielst Du jetzt an die Fahne (wobei Fahne am Ende im Ergebnis bei mir sehr relativ ist) zu denken, bin ich, subjektiv gefühlt, ein Tick besser.Insgesamt. 
Aber das ist nur meine Wahrnehmung. Jetzt, im Winter, während ich darüber nachdenke, ob das wirklich so ist…
Aber jetzt, nach drei Jahren, will auch ich mehr. Ich will endlich einen Schwung oder zumindest annähernd so etwas wie einen richtigen Schwung. Den will ich dauerhaft etablieren und zwar auf einem möglichst hohem Niveau. Und ohne meine Hüfte einsetzen zu müssen. Ein Freund meine auf einer Runde zu mir: Deine Hüfte ist wie eingemauert… 
Daran arbeite ich diesen Winter. 
Regelmäßig. Aber eben leider auch erst jetzt. 
Nach drei Jahren mehr oder weniger wildem Kloppen. Und das sei, auch hier hatte Billy ein gutes Beispiel, als würde ich das Laufen noch mal neu lernen müssen. Und zwar komplett.

Häää?
Laufen lernen?
Ich?
In meinem Alter?
Rauchen die Golflehrer alle dieses komische Zeugs oder nur die britischen Pros? 

Aber genau genommen hat er Recht.
Mein Hirn und der dazugehörige Körper (ich wollte nicht Wrack schreiben) machen intuitiv das was sie die letzten drei Jahre ständig (falsch) gemacht und so gelernt haben. Und das, was den wenigsten Aufwand, aber einen einigermaßen sicheren Ertrag bringt. Die Kugel fliegt weitestgehend geradeaus.
Aber leider machen sie noch nicht das, was ich gerade lerne und was ich anders (besser) machen will. Auch weil es sich viel besser anfühlt, wenn ich es denn mal mache. 
Im Training. 
Jetzt stellt sich mir die Frage, wie lange geht das noch so und weniger, warum ich überhaupt neu Laufen lernen will?
Die Antwort zum ersten Teil der Frage ist fast nicht zu beantworten. Momentan fühlt es sich eher nach Ewigkeit an. Erst diese Woche habe ich es wieder gemerkt: Auf der Range habe ich immer wieder versucht dass zu machen, was ich machen soll. Gestern, auf der Runde, habe ich immer wieder das gemacht, was ich immer mache. Allerdings wird das langsam besser und ich fange langsam an das zu machen was mein Coach will. Und ich fange an, es zu probieren. Aber wehe ich treffe den Ball mal nicht, schon ertappe ich mich dabei, wie ich in alte Mechanismen verfalle.
Der 2te Teil der Frage ist viel einfacher beantwortet:
Ich liebe diesen Sport und möchte ihn die nächsten Jahrzehnte bestmöglich ausführen. 
Und jedes Jahr dass ich länger „falsch Laufe“ macht es schwerer, es doch eines Tages mal richtig zu machen. Und vielleicht doch nachhaltig besser zu „laufen“…
So, dass es leicht und locker aussieht. Und das ich darauf auch die nächsten Jahre noch Aufbauen kann, wenn mir mein Trainer weiter dabei hilft besser zu laufen.
Ich will dass der Ball das macht, was er machen sollte, wenn man auf dem Golfplatz unterwegs ist. Und zwar regelmäßig und gewollt und nicht zufällig. Deswegen lerne ich gerade gehen. 
Endlich richtig. 
Aber es ist ein verdammt harter und langer Weg, jetzt allerdings Xavier Naidoo zu zitieren wäre mir zu platt. Wirklich. 

Ich weiß, ich muss diesen Weg jetzt gehen.
Und ich will ihn gehen, aber ich werde dabei auf keinen Fall Xavier Naidoo hören…  
Ich bin da eher bei den „Foo Fighters“ und ihrem Song  „Walk“ 

Am Mittwoch war ich mal wieder virtuell am Start.
Und es war ein Desaster. ich habe weder gemacht, was ich machen sollte, noch dass, was ich früher gemacht habe.
Es war so eine ganz ungesunde Mischung. Und dennoch hatte ich viel Spaß.
Dank der Jungs.
Und weil ich zweimal das gemacht habe, was ich laut Billy machen soll und die Murmel dann jeweils echt gut unterwegs war…

I’m learning to walk again
I believe I’ve waited long enough
Where do I begin?…
.“ 

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