Ein Schwank aus meinem Leben

Im Nachgang zu meinem letzten Blog Waaas du spielst Golf hatten wir eine nette Unterhaltung. Dabei sind mir ein paar schöne Anekdoten aus meinem Golferleben eingefallen. Ich möchte euch hier ein paar interessante oder auch lustige Geschichten schreiben die mir in nun mehr 20 Jahren Golf widerfahren sind. Damit räume ich auch gleich mit einem weiten Vorurteil auf welches sich wacker hält, Golf ist langweilig.

Eine Geschichte die ich schon in den Antworten zu meinem letzten Blog angesprochen habe ist die Sache mit den Kühen. Mein Golfclub ist in vielerlei Hinsicht außergewöhnlich, eine Besonderheit ist das wir den Club gegründet hatten ohne das wir überhaupt einen Platz hatten. Das gab mir als jungen Spieler (ich war 17) die Möglichkeit Platzreife auf einem anderen Platz zu machen, damals war das Erste Handicap noch 36. Ich stieg nach meinem ersten Turnier direkt bei 31 ein. Davon war unser Präsident so beeindruckt das er mich kurzerhand die allererste Runde auf dem nagelneuen Golfplatz hat spielen lassen. Wir hatten einen US Seniortour Spieler dabei, unseren Headpro, den Präsidenten und eben mich. Dazu kam dann noch der halbe Club sowie die örtliche Presse. Man begleitete uns die ganze Runde. Als junger Spieler ist das gar nicht so leicht mit den ganzen Menschen, dazu noch Kameras. natürlich wollten die nicht mich sehen sondern die Pros aber dennoch. Leidlich beruhigt hatte ich mich dann ungefähr an der 10. Diese Bahn geht zuerst leicht bergan um dann relativ steil bergab zu gehen um dann wieder an zu steigen (es ist an gerades Par 5). Aus dieser Topologie ergibt sich so ein Hügel auf den man zuspielt. Als wir nun unsere Drives gemacht hatten und zu unseren Bällen gingen kamen uns 10 Kühe im Vollsprint entgegen. Sie rannten diesen Hügel rauf um dann mit erhöhter Geschwindigkeit wieder in unsere Richtung runter zu rennen.

Die Tiere waren durch einen fehlerhaften Weidezaun auf einer benachbarten Wiese ausgebüchst und wurden durch den Tumult angestachelt. Das Resultat war dann eine panisch umherrennende Menschenmenge, mich eingeschlossen. Nach 20 Jahren kommt einem das witzig vor, aber vor Ort empfand ich es als extrem verstörend das 10 mal 500 Kilo Kuh direkt und frontal auf mich zu lief. Das ganze Thema geklärt hat dann aber der Ami, der kam nämlich aus Texas (kein Witz) der mit lauten rumgebrülle auf die Kühe zu gegangen ist und sie damit in eine andere Richtung gelenkt hat. Danach war ich nicht mehr Nervös wegen der Menschen, obgleich ich eine gewisse Phobie gegenüber Kühen entwickelt habe, mit Ausnahme natürlich marinierte Teile der Kuh auf einem Grill.

Zu Beginn meiner Golfkarriere war ich besessen von diesem Spiel. Resultat dieser Besessenheit war dann ein mehr Monatiger Aufenthalt in England. Ich arbeitete in einem Golfclub für den dortigen Pro als Assistant. Im Prinzip habe ich im Proshop Greenfees verkauft und Schläger repariert und gefittet. Griffe habe ich täglich gewechselt, die Britten nehmen die Pflege ihrer Ausrüstung sehr ernst.Wenn ich nicht im Shop war habe ich trainiert oder auf dem Platz gespielt. Oft habe ich mit einem jungen Mitglied eine Runde gespielt, der Junge war 9 Jahre alt und spielte HCP 9. Das war auf 4er Löchern sehr beeindruckend, immer Driver, Driver, Driver ein Put. Mit ihm habe ich immer Skinns mit Carry over gespielt um 1 Pfund das Loch. Ich habe immer verloren. Und immer brav bezahlt. einmal habe dann ich gewonnen, alles in allem war das glaube ich ein Verlust von 2 Pfund welche ich auf der 18 dann von dem Jungen eingefordert habe. Der fing postwendend an zu weinen und fragte mich wie ich denn einem kleinen Kind Geld abnehmen könne. Außerdem wäre das Glücksspiel doch für Kinder verboten und er würde nun seinen Vater, der ein hohes Tier im Club war, informieren um mich dann rausschmeißen zu lassen. Ich ließ dann meine Forderung fallen, die Tränen versiegten sofort und er ging mit einem Grinsen vom Platz. Ich habe nie wieder mit ihm gespielt.

Zum Thema Golf ist langweilig, nach einem harten Trainingstag hatten ein paar Jungs und ich die Idee nochmal  ne runde Golf zu spielen. aber unter erschwerten Bedingungen. Zu erst einmal war es schon dunkel, wir spielten das erste Loch, der Verlierer musste dann einen Kurzen trinken wurde dann von den anderen im Kreis gedreht und musste dann sofort abschlagen. Das Resultat ist eigentlich vorhersehbar, von da an verliert dieser Spieler jedes Loch und ist am Ende volltrunken. Das kann man im Normalfall maximal 9 Löcher lang durchhalten. An besagtem Tag war nach neun Löchern tatsächlich Schluss. Am nächsten Tag, wir kamen zurück zu Training, wurde uns mitgeteilt das gestern Vandalen auf dem Platz gewesen sind und zig, Divot große Fetzen auf den ersten 9 Löchern aus den Fairways gehauen wurde, es sähe fast so aus als ob da ein paar Idioten im dunkeln Golf gespielt hätten und die Divots nicht zurück gelegt hätten. Reuig wie wir waren gaben wir dann alles zu, die Konsequenz war das wir 2 Wochen den Greenkeepern helfen mussten die Maschinen zu putzen. Was aber noch schlimmer für uns junge Kerle war wir hatten 2 Wochen Drivingrange und Platz Verbot. Wir haben so was nicht mehr gemacht.

Golf ist ein Spiel wo Regeln einen sehr hohen Stellenwert haben. Auch ist Golf eine der wenigen Sportarten die man prinzipiell ohne Schiedsrichter spielen kann. Jeder Spieler ist für sein Spiel selber verantwortlich und im Turnier zählt und kontrolliert der Mitspieler. Dieser eigentlich sehr angenehme Umstand führt zu der etwas traurigen Aussage das es keinen Sport gibt bei dem so viel geschummelt wird wie beim Golf! Dem möchte ich grundsätzlich widersprechen, dennoch gibt es wohl in nahezu jedem Club den einen Spieler der, und das wissen alle Mitglieder, Fuscht und immer damit durchkommt. Ich selber interessiere mich dafür nicht, wenn einer schummeln will soll er das tun und wenn es dem Spieler dadurch eine Genugtuung gibt wenn er sich selbst betrügt dann ist es mir egal. Ich hatte einmal das „Vergnügen“ mit diesem Spieler aus unserem Club zu spielen. Und frei nach meiner Maxime habe ich ihn machen lassen. Er hat dann auch prompt jeden Ball gefunden den er ins Rough geschlagen hat auch an stellen wo der Ball nicht hätte liegen sollen oder auf einmal besser als eigentlich möglich, ich sags mal so mir wars egal, ich habe nix gesagt. Der Spieler hatte ein Loch in der Hosentasche und hat so einen weiteren Ball ins spiel gebracht wenn er seinen nicht gefunden hat. Am Schluss habe ich aber dann doch etwas gesagt. Er schlug mit einem weißen Ball ab und lochte am Ende einen gelben ein. Ich habe die Strafschläge notiert einen riesen Stress mit dem Kerl gehabt und dann im Clubhaus vermerken lassen das ich nie wieder mit ihm eine Runde Golf spielen will.

Ich bin auch schon mal mit nem Golfbuggy umgefallen, das allerdings war nicht meine Schuld. In der Regel sind die Teile ja mit Elektromotoren betrieben. Einige wenige, in der Regel die die von den Greenkeepern genutzt werden, sind mit 2 Takt Motoren ausgestattet. Und ich meine nicht solche Teile:

Ein solches Teil hatte ich an besagtem Tag in Benutzung. Die Greenkeeper hatten das Teil frisiert so das es extrem schnell fuhr. Um aufs Fairway zu kommen muss man bei einer Bahn eine Schlucht überqueren, sprich um zu seinem Ball zu kommen muss man steil bergab und nachher wieder Bergauf fahren. Beim Abstieg ging es dann einfach zu schnell und das Teil drehte sich erst um die eigene Achse um dann um zu fallen. Da ein Golfcard eigentlich nicht umfallen kann, viel zu niedriger Schwerpunkt, muss ich erwähnen das es extrem geregnet hatte und der Untergrund sehr feucht war. Kühe waren nicht im Spiel.
Apropos Kühe, einen habe ich noch. Ich habe mal einen extremen Quickhook geschlagen (ja ich gebe es zu), der geneigten Leser kann hier erfahren was das ist: Ballflüge von Thomas erklärt Ein Quickhook ist demnach ein „einfacher“ Hook der extrem schnell kommt, also extrem quick nach links abbiegt. Der Ball hat sehr schnell den Platz verlassen sprich die Ausgrenze überquert, einen Wanderweg passiert um dann auf eine Weide zu zu fliegen. die Kuh die in seinem Weg stand, wurde auf der vollen Breitseite von meinem Ball erwischt. Nach erstmaligem stutzen und erstaunten schauen,
fiel die Kuh einfach um. Ich dachte ich hätte sie getötet und da ich weiß was ne Kuh kostet hatte ich eher angst um mein Portmonnaie. Es war aber nur halb so Wild und die Kuh hat es auch überstanden. Der Bauer meinte nachher das denen das kaum etwas ausmacht. Ähnlich wie der total zu verdammende Jungenstreich des Kühe um schubsen  erschrickt die Kuh sich nur. Ich war froh das nicht mehr passiert ist. Meiner Kuhphobie hat das aber nicht geholfen 🙂
Ich hoffe ich muss nicht extra erwähnen das ich nicht vorsätzlich Kühe Quäle und in 20 Jahren Golf gibt es auch nur 3 Vorfälle die ich mit Kühen erlebt habe. Für den dritten Vorfall allerdings muss ich mir überlegen ob ich einen separaten Blog schreibe. 
In 20 Jahren Golfen, zwischenzeitlich sogar täglichem Training, erlebt man einiges alle Erlebnisse auf zu zählen würde mehrere Blogs füllen, vielleicht schreibe ich die auch noch irgendwann mal, aber jetzt muss ich erst mal Schluss machen denn sonst wird aus diesem Blog ein Legendäres, unleserliches Werk. In dem Sinne hoffe ich das euch meine Erfahrungen ein wenig unterhalten haben.
Weiterhin ein schönes Spiel.

6 Gedanken zu „Ein Schwank aus meinem Leben

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