Olympische Golfplatz Rio

Eingelocht – Dabei sein ist alles

Die Olympischen Spiele 2016 in Rio werden das erste Mal seit 1904 (Damen seit 1900) wieder Golf im Programm haben. Es wird einen Damen- und einen Herren-Wettbewerb geben. „Titelverteidiger“ ist der Kanadier George Lynn, der sich in St. Louis 1904 auf dem Glen Echo Country Club gegen 74 Konkurrenten durchsetzen konnte. Eingelocht

George Lyon war einer von drei teilnehmenden Kanadiern. Alle anderen Teilnehmer kamen aus den USA, da das Reisen damals sehr aufwendig und teuer war. Der Damenwettbewerb 1904 wurde durch einen Mannschaftswettbewerb ersetzt, den die USA gewann.

Olympiasieger George Lyon 1904
Olympiasieger George Lyon 1904

Bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio werden jeweils 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer spielen dürfen, die sich über das sogenannte „Olympic Golf Ranking“ qualifizieren.

Entscheidend ist die Platzierung des Spielers/der Spielerin in der offiziellen Golf-Weltrangliste am 11. Juli 2016.

Qualifizieren können sich:

Die Spieler/-innen der Top 15 der offiziellen Weltrangliste Damen/Herren, allerdings nicht mehr als vier Spielerinnen/Spieler eines Landes.

Die restlichen Plätze werden ab dem 16. Platz in Reihenfolge der entsprechenden offiziellen Golf-Weltrangliste der Damen/Herren zum 11. Juli 2016 für bis zu zwei Spielerinnen und Spieler aus einem Land für die Länder die nicht bereits zwei Spielerinnen/Spieler oder in den Top 15 haben vergeben. Damit bekommen auch Spielerinnen/Spieler die weit hinten in der Weltgrangliste stehen, eine Chance zur Teilnahme. Aber damit  wohl keine Amateure.

Aktuell (Stand 08.12.15 OWGR) würden Martin Kaymer und Marcel Siem für Deutschland starten. Aus den Top 15 bei den Herren würden „nur“ 12 Spieler kommen. Weil die USA mit Jordan Spieth (Nr. 1), Bubba Watson (Nr. 4), Rickie Fowler (Nr. 6) und Dustin Johnson (Nr. 8) schicken würden, dürften Jim Furyk (Nr. 9), Patrick Reed (Nr.10) und Zach Johnson (Nr. 13) nicht starten. Die Superstars Tiger Woods und Phil Mickelson würden erst Recht nicht starten.

Bei den Damen träfe es in der Weltrangliste Stand 07.12.15) drei Südkoreanerinnen die Top 15 wären, aber nicht antreten dürften, nämlich In Gee Chun (Nr. 10(),Hyo-Joo Kim (Nr. 11) und Ha-Na Jang (Nr. 14).

Für Deutschland wären Sandra Gal und Carolin Masson am Start.

Gespielt wird klassisch im Zählspielmodus. Wer nach vier Runden die wenigstens Schläge gebraucht hat wird Olympiasieger 2016. Das ist bedauerlich, denn hier hätte man die Chance gehabt im Matchplay-Modus der breiten Weltöffentlichkeit zu zeigen, wie spannend und faszinierend Golf sein kann. Aber am Ende werden wir im August 2016 den ersten Olympiasieger seit 112 Jahren feiern. Bei den Damen sogar die erste Siegerin seit 116 Jahren.

Die Herren spielen vom 11 – 14. August, die Damen vom 17 -20. August um die Olympischen Ehren.

Olympische Golfplatz Rio
Olympische Golfplatz Rio

Der Golfplatz für die Spiele in Rio wurde extra neu gebaut und erregt die Gemüter schon seit seiner ersten Planung. Nicht nur diverse Tierarten werden dort verdrängt, sondern „obendrein sei ein Golfplatz vor allem wegen seines enormen Bedarfes an Wasser alles andere als umweltfreundlich, sagt zum Beispiel der Umweltbiologe Marcelo Mello“wusste die FAZ bereits vor einem Jahr „Golf ist schlecht für die Umwelt. zu berichten.

Jetzt ist der Platz quasi fertig gestellt und nach einem Bericht der Associated Press melden u.a. US Today dass es diverse Umweltskandalen auf und vor allem auch um den Platz gibt. Es werde zu viel Wasser verbraucht und auch zu viel Wasser verdreckt.

Und auch die Umgebung rund um den Golfplatz glänzt nicht gerade durch sauberes Wasser, die Verunreinigungen sind sichtbar.

Schade, statt eine Chance zu nutzen und zu zeigen, dass ein Golfplatz auch ökologisch eine Bereicherung sein kann, wird hier auf mit „Gewalt“ versucht, dem olympischen Anspruch gerecht zu werden und eine Diskussion entfacht, die vielleicht nicht hätte sein müssen. Aber auch eines deutlich zeigt: Einen Platz nur wegen eines olympischen Golfturniers zu bauen, ist ökologischer Wahnsinn. Es wäre vielleicht sinnvoller, einen vorhandenen Platz anzupassen.

Die sportliche Wertigkeit wird durch den Qualifikationsmodus ohnehin nicht so hoch wie ein Major sein. Und wenn dann noch Topspieler wie Adam Scott bereits im Vorfeld absagen, ist das ein weitere Indiz für eine Menge Steigerungspotential für 2020. Vielleicht sollte man dann doch den Verbänden die Nominierung überlassen.

Sportlich vielleicht nicht so wertvoll, aber dann wieder im Olympischen Sinne: Dabeisein ist alles!

6 Gedanken zu „Eingelocht – Dabei sein ist alles“

  1. Puh! Da sprichst du aber ein paar Punkte an die mir so noch nicht bekannt waren! Die Diskussion um die Umwelt und den Platz in Rio ist an mir vorbei geglitten, ich finde aber auch das es besser gewesen wäre einen bestehenden Platz auf zu rüsten!

    Was den Quali Modus angeht, und das wiederspiegelt ja eine Tendenz die im gesamten Olympischen Sport zu erkennen ist, die Exoten sollen nicht mehr teilnehmen. Ein Eddie the Eagle oder ein Afrikanischer Schwimmer der erst seit 3 Wochen schwimmen kann, so etwas will man bei Olympia nicht! Was ich schade finde, gerade beim Golf. Wie toll wäre es wenn da so eine richtige Graupe dabei wäre 😉 . So werden wir ein mehr oder weniger „normales“ Tour Turnier sehen ohne die Preisgelder aber mit ner Medalie.

    Ich bin dennoch gespannt wie es werden wird!

  2. Ich sehe das ähnlich wie ihr.
    Schade das man für Olympia nicht ein spannenderes Format gewählt hat. Ausscheidungswettkämpfe ala Matchplay finden ja auch in anderen Sportarten statt. Mit Zählspiel hat man Golf keinen gefallen getan.
    Auch die Möglichkeiten der Quali für Aussenseiter wie Eddy the Eagle, das fehlt und macht Olympia ein weiteres Stück „langweilig“.
    Das es in Rio in Sachen Umweltschutz nicht zum besten steht (nach deutschem Standart) ist ja wohl nicht verwunderlich.

    Ein weiterer Punkt den Thomas nicht angesprochen hat, ist das Deutsche Team Gold was extra für Olympia ins Leben gerufen wurde. Diese Spieler haben doch nie die Chance auf einer Teilnahme, das ist doch leider nur eine Nebelkerze – leider.

    Bis denne
    rebel

  3. Ich habe das Thema Team Germany bewusst noch nicht eingebaut, weil das für sich ein eigenes Thema sein wird.
    Aber das hast Du schon sehr gut erkannt.

    Und was das „normale“ Turnier angeht: Das mag sein, Olympia wirbt/steht aber für ein unvergleichliches Sporterlebnis das jeden Sportler (mehr oder weniger) in den Bann ziehen wird.
    Bis auf Adam Scott (und mal sehen, wer noch absagen wird).

    1. Nur „normales“ Golf mag sein, für Spieth ist es ja das 5 Major Turnier. Genau so sollte man Olympia auch sehen.

      Ich habe vielmehr die Befürchtung, das wenn man ein Spielformat wählt, was jede Woche gespielt wird, das Golf in der Folge von Spannenden Wettkämpfen ganz einfach untergeht. Es gibt keine Zwischen Etappen, keine Vorrunden wo jemand raus fliegen kann.
      Nicht das sich dann nur noch die Kameras für den letzten Tag und da auch noch nur noch für die letzten Löcher für Golf interessiert.

  4. So wird es aber laufen, ein Golfturnier dauert ja Leider 4 Tage und an diesen 4 Tagen ca 10 Stunden. Da fallen zwangsläufig anders wo Entscheidungen sei is beim Sportschießen, Segeln oder Judo (das sind so Dinger die ich nur bei Olympia schaue). Wenn das dann so ein langwieriges Zählspiel ist wo nichts Ewigkeiten nichts passiert ist die Katastrophe vorprogrammiert!

    Versteht mich nicht falsch, wir Golfer sehen das anders aber der Rest der Welt wird sagen:“ Oh Golf, fand ich vor 10 Jahren schon langweilig als es noch im Free TV lief!“ Jetzt sieht man es nach so langer Zeit mal wieder im TV und die versauen es!

    Ein Matchplay Format, vielleicht nicht nach RC Beispiel sondern WGC, wo jede Runde einer raus fliegt, das fände ich Charmant.

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