Eingelocht – Nachtragend

Ich muss gestehen, dass ich nie ein großer Fan vom GC St. Leon Rot war. Ich bin auch einer derer gewesen, denen das alles zu schnell ging und zu viel Geld investiert wurde. Das mag auch daran liegen, dass die Damenmannschaft meines Heimatclub, Berliner Golf Club Gatow e.V. , im Wettbewerb mit St. Leon Rot stand und nächste Saison wieder steht.

Eingelocht

Ich fand es auch doof, dass der Club mit all seinem hoppschen Millionen einfach die Talente zusammen sammelt und diese dann quasi als FC Bayern des Golfsports die Ligen beherrscht hat und immer noch beherrscht. Mir war das alles zu viel Geld und es schien mir alles zu einseitig auf den eigenen Vorteil ausgerichtet.

Doch dann kam der Solheim Cup nach St. Leon Rot, ich war die Woche über jeden Tag vor Ort und habe mich davon überzeugen können, dass man da auch an das große Ganze denkt. Dass mit Dietmar Hopp ein Mann eine Menge Geld investiert. Klar hat er sehr viel Geld, aber er könnte ja auch was anderes tun, als ein Turnier wie den Solheim Cup auszurichten. Tat er nicht. Und das gefiel mir. Sehr sogar.

Ich dachte danach echt, der GC St. Leon Rot sieht sich auch als etwas Großes. Als ein Club der nicht nur an sich, sondern wirklich auch an den Sport denkt. Das gefiel mir. Wirklich.

Und dann sehe ich so was.

GCSTLR

Das steht dort AKTUELLE NEWS des Clubs 

Dort steht dann u.a., ich zitiere „Neben Anka sind auch die ehemaligen Mannschaftsspielerinnen aus dem Golf Club St. Leon-Rot Leigh Whittaker, Sophia Popov und Olivia Cowan beim Finale der Ladies European Tour Saison am Start.“

Das ist absolut richtig, da waren auch diese genannten Ex-Club-Spielerinnen am Start. Aber auch eine weitere Ex-Spielerin des Klubs, Nina Holleder spielte in Dubai. Schaffte den Cut und wurde am Ende als 59 der OMEGA Dubai Masters. Warum Nina (wieder einmal) mit keinem Wort erwähnt wird, kann ich nicht sagen. Es scheint mir aber dann doch so, dass man da irgendwie mit zweierlei Maß misst. Immerhin war sie 2012 als Amateur mit der Deutsche Mannschaft Meisterin und 2013 und 2014 auch in der Agentur des Clubs. Ja, man hat sich getrennt. Das kommt in den besten Familien vor. Aber muss man deswegen gleich nachtragend sein und so tun, als wäre Nina Holleder nie im Club gewesen oder als ob es sie gar nicht gäbe?

Nina Holleder war eine der besten Amateurin (hier ihr Facebook-Profil) ist dann folgerichtig ins Profilager gewechselt und hat sich nach und nach immer weiter nach oben gespielt. Sie ist am Ende dieser Saison die bestplatzierte Deutsche in der Ladies European Tour – Jahreswertung geworden und hat, genau wie 2015, damit die volle Spielberechtigung für 2016. Und sie ist, wenn man die Touren als Massstab nimmt, aktuell Deutschlands Nummer 3 bei den Damen und damit nur noch einen Platz von Olympia 2016 in Rio entfernt. Das kann und sollte man doch auch mal würdigen. Egal was mal war.

Ich fände es schön, wenn wir alle unsere Befindlichkeiten und ggf. Vermarktungsinteressen mal beiseite legen, um an einem Strang zu ziehen. Lasst uns diese Kleingeistigkeit vergessen. Es geht um den Sport. Aber das was da gerade abgeht, ist ein stückweit eher ein Kindergarten und hilft nicht, sondern hindert nur.

Und es steht allem entgegen, wofür Dietmar Hopp und auch sein Golfclub St. Leon Rot diesen Sommer beim Solheim Cups standen.

Schade.

Fotocredits: Nina Holleder Facebookseite, Fotograf Andre Engelmann

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