Golfer sind Schizophren

Golfer haben bekanntlich einige Macken. Unter anderem sind sie Schizophren.
Einerseits sind sie (fast) alle geizig.
Sei es bei den Kosten für die eigenen Spielbällen. Da wird dann gerne auch mal ein ganzer Sack Bälle für ein paar Cent gekauft.

Copyright und Bildrechte Dorothea Palte http://ladys-pitch.de/

Oder auch bei den Kosten für die Bälle auf der Driving Range, da wird dann gerne auch mal eine Revolution gestartet, wenn man für 1 Euro nur noch 15 statt 20 Bälle bekommen sollen. Und dass sie kein Geld für Trainerstunden ausgeben wollen, ist auch hinlänglich sichtbar.

Andererseits geben Golfer sehr viel Geld für Technik aus. So als wäre das alles nichts, denn sie denken, dass Technik sie besser macht. Allerdings nicht die Schwung- und Schlagtechnik, sondern das ganze neumodische Schnickschnack im Schlägersortiment und im pro-Shop.

Und so entwickeln viel Golfer schnell den Hang sich zu viel zu teure Technik zu kaufen und Geld für jeden Schnickschnack auszugeben, o sinnvoll oder nicht.
Rationalität spielt dabei eher eine untergeordnete Rolle. Das Motto lautet, Kaufen was neu und teuer ist, denn:
Teuer = gut!
Hauptsache teuer ist somit wohl die weit verbreitetste Form der Taktik sich und sein Spiel zu verbessern.
Der Gedanke dahinter:
Wenn man oft genug teuer einkauft, kommt am Ende auch immer wieder einmal eine Perle zutage, die einem vielleicht sogar wirklich weiterhilft. 
Aber oft wird der vermeidliche Megadeal schnell zum Fehleinkauf und spätestens nachdem man ihn ein paar Wochen durchgeschleppt hat verschwindet das Schnäppchen oft unbenutzt in den tiefen des Bags oder Spints im Club.
Aber es gibt auch den Golfer, der, egal ob sinnvoll oder nicht, die neue Technik einsetzt, denn was für einen McIlroy gut genug ist, wird bei ihm bestimmt auch (irgendwann) funktionieren.
Getreu dem Motto: 
Jetzt habe ich das Teil, jetzt spiele ich es auch.
Gewinner dieses Verhaltens sind dann die Pro Shops dieser Welt, schließlich ist die Kundenklientel in Deutschland mit ca. 600.000 aktiven Golfern eher klein, da muss man schon schauen, dass die Kunden nicht einen Satz im Leben spielen, sondern regelmässig nach- und aufrüsten. Versteht mich nicht falsch, ich bin ein Marketingmensch und verstehe sowohl die Bedürfnisse, als auch die Art und Weise, wie man Bedürfnisse beim Konsumenten weckt.

Ich hatte ja vor einigen Wochen an dieser Stelle schon versucht die Sinnhaftigkeit eines Drivers R11S  von Taylor Made zu finden und kam zu dem Schluss, dass er bei guten Spielern  genauso Sinn machen kann, wie bei Spielern mit mittlerem Handicap. Dabei musste ich in den letzten Wochen relativierend  verschiedene Dinge erkennen. Selbst bei guten Spielern ist der R11S nicht immer in den richtigen Händen. Und bei mir erst Recht nicht.
Nachdem ich den Schläger bei Hohmann Golf ausgiebig getestet hatte, wurde mir schlagartig klar, dass er nichts für mich ist. Und das ich meinen Wunsch Geld auszugeben nicht realisieren würde. Zumindest nicht jetzt und schon gar nicht dafür.
Mein Problem mit dem Driver, und es ist gerade für einen Mann sehr schwer sich das einzugestehen:
Ich bekomme ihn nicht hoch…
Also den Ball.
Er flog einfach nicht. 
Der Schläger selber fühlt sich toll an, und gefühlt war der Schaft perfekt. 
Dachte ich. 
Aber der Ball nicht und so weigerte er sich zu fliegen.
Und ein Driver, der weniger statt mehr Länge bringt, macht keinen wirklichen Sinn. Nicht mal für einen Technikfreal wie mich…
Und ich wollte dann auch keinen R11 Seniorendriver. 
Weder testen noch kaufen.
Hallo?
Seniorendriver? 
Ich?
Gehts noch?
Sooooo alt bin ich dann doch nicht.
Und deshalb habe ich ganz rational gehandelt und das Teil wieder hingestellt. Ich bin gegangen ohne mir etwas zu Kaufen. Doch. Einen Regenschirmhalter für meinen Trolly habe ich mir noch gegönnt.
Und nachdem ich in den letzten Jahren bestimmt zweimal im Regen gespielt hatte, sind die 23 Euro dafür sicherlich gerechtfertigt. 
Und da 23 Euro nicht als Kauf zählen, habe ich mir am vergangenen Wochenende endlich einen Entfernungsmesser gegönnt. Ich hatte ja lange damit geliebäugelt und da ich die Khle für den Driver (vorerst) gespart hatte, musste ich zu schlagen.
Bei meiner Längen-Kontrolle und Genauigkeit ist das Wissen um die Entfernung zur Fahne extrem wichtig…
Über mein Schnäppchen berichte ich dann aber später mehr. Ich muss jetzt erst mal los. Auf die Driving Range. Mit dem Entfernungsmesser das Entfernungseinstellen üben.
Man sieht sich…
Nur Golf bei:

PS Danke Dorothea, dass ich dein Foto benutzen durfte. Ich will damit nicht gesagt haben, dass DU dir diesen Sack Bälle gekauft und behauptet hast, damit gerade so über zwei Runden auf dem Green Eagle kommst. Habe ich nie, würde ich auch nie! Danke und ich freue mich auf eine Runde Golf mit Dir!

5 Gedanken zu „Golfer sind Schizophren

  1. Gern geschehen, Thomas! Und du hast vollkommen recht: Golfer sind schizophren und Golferinnen nicht minder! Aber bislang bin ich sehr glücklich mit meinem "Sack Bälle" … Und für mehr als zwei Runden scheinen sie auch zu reichen … Also auf bald auf dem Nord-Course! (Ach, und bring genügend Bälle mit … Aber ich leih dir sonst auch welche! 😉

  2. Hi schöner Blog wie immer. Ich weiß jetzt grad nicht ob ich dir recht geben soll? In der Summe sicherlich jeden Schnickschnack brauchst du nicht, aber die Nummer mit dem Driver? Das der nicht fliegt liegt nicht am R11S. Ich hätts gemacht. Wobei ich meinen auch noch nicht gekauft habe. Ich ziere mich noch nachdem ich nach paar Trainerstunden meinen alten driver über die Range geprügelt habe als gäbs kein morgen mehr 😎

  3. Naja.
    Ich bin mit meinem alten Driver auch noch nicht durch. Es wird irgendwann (zeitnah 🙂 ) bestimmt auch einen Neuen geben.
    Aber an dem Tag war das nichts.
    Da schlage ich mein 5er Eisen weiter, als mit dem Teil…
    Aber wie gesagt, die Oper ist erst zu Ende, wenn auch die dicke Dame gesungen hat.

  4. Toller Blog und ich muss sagen das ich heute ja auch bei Hohmann auch wieder zuschlagen musste , der neue Putter war einfach überfällig ! Das man dort nebenbei noch eine Starke Beratung und Analyse bekommt ist guter Nebeneffekt. Entfernungsmesser interessieren mich (noch) nicht im Moment mag ich es einfach mit Birdiebook zu spielen !

    Gruß Matthias

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