Immer nur Fisch ist auch Käse – Teil II des Reiseberichts Algarve

Im ersten Teil meines Algarve-Reiseberichts ging es u.a. auch um die ersten zwei Runden die wir auf dem Pinhal Golf Course und dem  Millennium Golf Course spielen durften.
Beides Plätze, die für sich schon so gut waren, dass sie eine Reise lohnen, aber am Mittwoch gab es das Highlight in Sachen Golfplätze.
Und wenn ich Highlight sage, meine ich Highlight.
Wir haben auf dem Victoria Course spielen dürfen.
Ja, dürfen.

Mit Abstand der beste Platz den ich bisher in meinem Golferleben spielen durfte.
Mit weitem Abstand. Auch wenn ich in den 3 Jahren meiner Golfkarriere noch nicht sooo wahnsinnig viele Plätze gespielt habe, bin ich mir sicher, dass es dennoch auf lange Zeit einer der TOP Plätze sein wird, die ich spielen werde.
Doch der Reihe nach.
Ich hatte am dritten Tag das Vergnügen in eine zweier Flight auf dem Victoria zu spielen. Mit Klaus Wördehoff, dem Veranstalter, der unbedingt Matchplay gegen mich spielen wollte, um mir mal zu zeigen, wo der Frosch die Locken hat.
Ich habe mich darauf eingelassen, allerdings nur um 1 Euro pro Loch, nicht wie von Klaus gewünscht um 5 Euro/Loch. Und Longest Drive und Nearest to the Pin habe ich gleich abgewählt, denn das wäre unfair gewesen.
Klaus hat ein Handicap von -18 und damit war mir vorher schon klar, was kommen musste und am Ende auch eintrat.
Dazu aber später, hier geht es erst einmal um den Platz.
Der Victoria Course war 2005 Austragungsort des PGA World Cup und wird 2012 Austragungsort des Portugal Masters sein.
Der Platz ist mit 6.609 m von Championabschlägen nicht besonders lang, dafür aber von Arnold Palmer herausragend schön designt. Das Slope Rating liegt bei 129, von Gelb ist der Platz 6094 Metern lang. Der Platz besticht durch seine Architektur, die wirklich sehr liebevoll an die Landschaft angepasst ist und auch durch Liebe zum Detail besticht.
Die Greens lagen vom Tempo bei 9,5 und waren nicht wesentlich schneller als die auf den anderen Plätzen, doch dafür waren sie noch schwerer onduliert. Die Fairways waren so kurz wie bei uns die Grüns. Unglaublich. Der Platz liegt direkt vor dem Tivoli Hotel und ist bereits jetzt in der Vorbereitung für die Masters, das Rough wird sicherlich noch wachsen und der Platz wird sicherlich noch schwerer, die Grüns noch schneller.

Wir hatten glücklicherweise eine frühe Startzeit (Klaus und ich schlugen um 10 Uhr ab) und haben daher auf der Driving Range nur ein paar wenige Bälle geschlagen und Putten vor der Runde war auch nur 2 Min. angesagt. Aber das war in meinem Falle ein Fehler, denn ich hatte auf der Runde einige drei Putts. Und ich habe auch ein paar kürzere Putts (aus 1 Meter) liegen gelassen. Allerdings lagen die Bälle auch oft zwar Pin high, aber die Brteaks waren sehr schwer zu spielen.
Carts waren im Greenfee enthalten, so dass wir nicht laufen mussten, was generell auf den Plätzen die wir gespielt haben zu empfehlen ist, denn die Wege zwischen den Bahnen waren teilweise schon sehr weit.
Unser erster Abschlag war die 10, ein Dogleg leicht bergab nach rechts. Das sehr wellige Grün, dass wie alle Grüns gut verteidigt wurde lag am See, an dem sich auch die Bahnen 11 bis 13 befinden und es bot sich schon mit dem zweiten Schlag ein herrlicher Anblick. Man spielt diue ersten vier Bahnen quasi am und um den See herum, so dass nicht nur beim Abschlag der 11 das Wasser ins Spiel kam, sondern auch an der 12, einem Par 5. Dort war links permanent Wasser und rechts die Ausgrenze.
Der zweite Schlag durfte nicht zu lang (oder bei Longhittern nicht zu kurz) sein, denn 130 Meter vor dem Grün begrenzte ein Graben das Fairway. Das Grün lag gut versteckt hinter einem Bunker links und Hügeln rechts.
12 Bahn, Par 5, vor dem 3ten Schlag ins Grün
Nachdem mein zweiter also am Graben lag, schlug ich meinen Annäherungsschlag leider links in den langen Bunker, rette aber den Lochgewinn ins Ziel. Um mit 3 auf nach 3 auf die 13, einem Par 3, zu gehen, bei dem das Grün erhöht über dem See lag und ebenfalls von einem mächtigen Bunker links verteidigt wurde. Mit Bogey teilten wir das Loch. Das Highlight, neben der 17 und 18, war sicherlich die 14 (mit dem Namen Double-Fairway), desen Fairway von einem herrlich angelegtem Graben geteilt wurde und bei dem der extreme Gegenwind die Bahn gefühlt zu einem Par 5 machte.
Ein wirklich tolles Loch, an dem man wirklich präzise spielen muss, was mir nicht gelang, da ich meinen zweiten Schlag nicht aufs Grün sondern in den Graben geschossen hatte. Meinen vierten (nach Strafschlag) brachte ich zwar ans Grün, der Ball jedoch rollte in Richtung Teich an der linken Seite, in dem der Graben mündete, blieb aber in den Steinen liegen. Ich habe den Ball tatsächlich aus den Steinen heraus gespielt das Loch habe ich dennoch nicht gewonnen.
Generell sind die Bahnen 10-18 alle am und ums Wasser gebaut. Ausnahme sind die 15 (ein 180 Meter langes Par 3) und 16 (ein 270m kurzes Par 4).
17te Bahn auf Höhe des zweiten Balls
Die 17te Bahn, ein langes Par wurde zur echten Challenge, denn die Fahne stand ganz hinten rechts auf der schmalsten Stelle des Grün, das auch noch von Wasser umgeben ist. Den dritten aus 120 Metern ins Grün zu spielen, war fast unmöglich, da die Grüns sehr schnell waren und die Bälle oft noch einige Meter gerollt sind.Dazu noch der starke Wind.
Ich habe daher den 3ten lieber nur ans Grün links gelegt.
Die 18te Bahn, ein Par 4 endet standesgemäß am Clubhaus, rechter Hand sieht man das Tivoli Hotel, in dem wir gewohnt haben. Das Grün wird auch hier von Wasser geschützt. 
18te Bahn, links das Grün, Rechts das Tivoli Hotel
Die 18 ist ein tolles Abschlussloch eines großartigen Courses.
Und die zweiten 9 werden sicherlich tolle Fernsehbilder bieten, wenn die Pros im Oktober auf dem Platz die Portugal Masters spielen.
Nach 9 Bahnen lag ich 5 Löcher vor, so dass wir unsere zweiten Neun, also die Bahnen 1-9 entspannt golfen konnten, Matchplay war geklärt.
Die Bahnen waren dann das genaue Gegenteil der zweiten 9, die erinnerten mit ihren Wellen, Hügeln und vielen baumfreien Fairways (und dank des Windes) eher an einen Linkskurse. Wasser kam nur an einer Bahn (der 7) ins Spiel. 
5te Bahn, Par 5
Hier waren die Bunker dafür umso größer und wichtiger. Die Grüns waren gefühlt noch mehr ondulierter und schwieriger, so dass sich auch diese Bahnen schwer, aber immer fair spielen ließen.
Nachdem spätestens an der 13 klar war, dass ich das Matchplay gewinnen würde (was ich am Ende auch mit 7 auf tat), haben wir an der 6, einem Par 3 auf den Dreierflight vor uns aufgeschlossen, der sehr langsam unterwegs war. Und irgendwie war da dann auch die Luft raus.
Generell waren die 9 Bahnen auch toll und insgesamt war auch die Mischung ein Grund dafür, dass ich diesen Platz sicherlich länger positiv in Erinnerung behalten werde.
Das ich Klaus im Matchplay mit 7 auf besiegt habe, war dabei nur eine nette Randerscheinung. Es war einfach ein toller Tag, auf einem tollen Platz, mit einem tollen Flightpartner und viel Spaß.
Im November, wenn Klaus Wördehoff und die PGA ihr Abschluss ProAM Turnier dort veranstalten, werden sicherlich nicht nur die Pros ihre wahre Freude an dem Platz haben. Der dann, nach den Portugal Masters im Okt noch deutlich mehr Rough haben soll und damit noch genauer etwas schwerer zu spielen sein dürfte. Zumal das Wetter und der Wind dann noch mehr zum Faktor wird.
Aber wer es sich zeitlich (und monetär) leisten kann, sollte das Angebot unbedingt wahrnehmen, denn diese ProAMs sind so schon toll, aber auf diesem Platz bestimmt ein Highlight für jeden Golfer.

Donnerstag haben wir bei starken Böen den Laguna Course gespielt.
Ein Platz mit viel Wasser, noch mehr Tradition und vielen Vorschusslorbeeren („..wer weniger als 10 Bälle verliert…“). Aber Wind, Umbauarbeiten und Zustand einiger Bahnen ließen den Platz vom Spaßfaktor deutlich gegenüber den anderen Plätzen abfallen.
Aktuell ist einer der ältesten Plätze der Region eher kein Tipp, ich würde ihn momentan meiden, denn dafür gibt es genügend andere Plätze in unmittelbarer Umgebung, die deutlich besser sind.
Ich habe nur 3 Bälle versenkt. So schwer kann er dann nicht gewesen sein…

Freitag war dann Day-Off, den meine Frau und ich mit Sightseeing und Besuchen von Ponte da Pietade, Lagos und Silves gefüllt haben.
Samstag, zum Abschluss, gab es noch einmal einen Scramble, nochmal war meine Frau am Start und nochmal wurde der Millennium Course gespielt.
Auch beim zweiten Mal ein toller Platz und ein würdiger Abschluss einer tollen Golfreise, die man so bedingungslos weiterempfehlen kann.
Und bevor Fragen aufkommen:
Ja, meine Frau und ich waren wieder in einem Flight.
Und ja, wir wurden wieder Nettosieger, dieses Mal sogar mit einer 77.
Der eine oder andere Golfer in unserem Flight mag enttäuscht darüber gewesen sein, dass es „nur“ der Nettosieg wurde, aber meiner Frau und mir hat die Runde auch so sehr viel Spaß gemacht.
Dass ich alle 5 Runden Nettosieger und in zwei der drei Einzelrunden auch Bruttosieger wurde, war sportlich nicht sooo schlecht und zeigt, dass mein Training sich auszahlt.
Allerdings muss und werde ich noch weiter an mir arbeiten, denn warum sollte ich jetzt aufhören?

Fazit:
Tolle Plätze mit sensationellen Grüns, ein tolles Hotel mit einer herausragenden Reiseleitung und vielen netten Eindrücken und tollen Menschen, die man kennen lernen durfte.
Wir hatten viel Spaß und können solche Reisen (organisiert von Klaus und Stefanie) nur bedingungslos weiterempfehlen. Und wer die Chance und das nötige Kleingeld hat: Bucht das ProAM im November. Es wird der Hammer!
Mein Dank gehta aber auch an Christa, Gabriele, Gudrun, Hannelore, Katharina, Marion, Wanda, Eike, Ernst, Klaus, Klaus, Richie und Uli! Ihr wart eine spitzen Truppe und es war toll mit Euch, wir hatten viel Spaß!

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