Ist es so kompliziert

Oder wird es uns nur als so kompliziert dargestellt? Immer wieder liest man, dass der Golfschwung der wohl zweitkomplizierteste Bewegungsablauf nach Stabhochsprung sei. Und wenn eine Sportart dermaßen kompliziert ist, sollte man doch entsprechend ausgebildete Lehrer/Trainer haben.Das dachte sich jetzt wohl auch die Deutsche Sporthochschule in Köln und bietet ab dem Wintersemester 2014/2015 einen Studiengang Golf an. Ein Masterstudiengang mit dem eher sperrigen Titel M. Sc. Research and Instruction in Golf .Das Studium ist auf sechs Semester ausgelegt und ist das erste Hochschulstudium, das Golfsport und Sportwissenschaft (Forschung und Ausbildung) miteinander verbindet. Es schließt nach drei Jahren mit dem akademischen Grad „Master of Science“ ab und ist auch für PGA Golfprofessionals zugänglich, die sich laut Deutsche Sporthochschule durch ihre beruflichen Erfahrungen für das Studium qualifizieren. Zum Studiengang wird daher nur zugelassen, wer entweder bereits ein Studium an einer wissenschaftlichen Hochschule absolviert hat und gleichzeitig die A-Trainer-Lizenz des Deutschen Golf Verbands besitzt, oder wer Fully Qualified PGA Golfprofessional und Mitglied der PGA of Germany im Graduierungs-Status G1 ist. 

Die Zielgruppe des Studiengangs weist damit eine hohe Affinität zur Sportart Golf auf und verfügt bereits über Grundlagen für wissenschaftliches Arbeiten. Damit wird der Sport also jetzt auch wissenschaftlich erfasst und bearbeitet. Ob das den Sport für uns Amateure leichter und verständlicher macht sei genauso dahingestellt, wie die Frage, ob und wie sich das 14.400 € kostende Studium am Ende für die Studenten wirtschaftlich auszahlt. Ich für meinen Teil bin ja schon jetzt eher überfordert mit dem worauf ich alles achten sollte. Was alles wichtig sei.

Mir reicht die Arbeit mit Score und das abtrainieren eingebrannter Muskelerinnerungen ist komplex genug. Aktuell lerne ich gerade, was der Trainer mit lockerem Handgelenk meint und was ich mit meinen Händen und der Hüfte machen soll, damit ich nicht mehr Löffel. Was bekanntlich Höhe bringt, aber extrem Weite kostet.

Die Hände und die Hüfte im Treffmoment deutlich vor dem Ball 

 
So wie auf dem Foto sollte es und etwa aussehen, nur leider habe ich seit 2009 immer etwas ganz anderes gemacht. Der Griff war zu fest, die rechte Hand hat geführt und damit habe ich im Treffmoment schon gelöffelt. Dazu war meine Hüfte kaum links und das ganze war mehr ein Keulen als ein Schwung. Das alles verändert mein Pro, Peter Owens ohne Studium aber mit Scope. 
Und in dem er sich auf wenige Dinge fokussiert. Ganz ohne Studium. Einfach, weil er es kann…

Pete im Trainingsraum

 
Ich weiß nicht, ob Pete mit dem Studium noch besser erklären könnte. Sicherlich würde ihm ein Studium helfen, die Organisation und solche Dinge besser zu verstehen. In der Theorie. Am Ende ist es aber die Praxis und das Vermitteln können, welches einen guten Trainer ausmacht. Weniger das Diplom. Das kann zwar helfen, aber lohnt sich das in einem „Golfland“ wie Deutschland? Ist das nicht schon sehr speziell?
Und es liegt an mir, ob ich das was man mir sagt, umsetze. Im Training. oder ob ich nach der Stunde doch wieder nur stur dass mache, was ich die letzten 6 Jahre gemacht habe und was mein Hirn an meinen Köper als „das haben wir immer genau so gemacht, das ist viel besser“ sendet und er einfach funktioniert. 
Einfach auch deshalb, weil es einfach ist und einfach auch funktioniert(-e). Zumindest für mich. Und für das was ich bisher tat.
Aber was ich weiß: 
Wenn ich es nicht umsetzen, bekomme ich nicht zusätzliche Längen und werde mich im Handicap genau da bewegen, wo ich aktuell bin, bei -16,7. Und von dem mein erster Trainer, Billy Goodson mit schon vor Jahren vorhergesagt hatte, dass ich da landen werde. Maximal. Und das ich, wenn ich nicht einiges grundlegend ändere,  vielleicht auf Handicap -12 maximal komme. Und genau das ändere ich jetzt. Weniger wegen des Handicaps, sondern einfach weil ich nicht „stehenbleiben“ will. Ich will mein Spiel verbessern und ich will mehr Länge. Und ich weiß, dass ich, wenn ich weiter trainiere und das umsetze was man mir sagt, diese Länge auch bekommen werde. Nein, ich werde mit 50 kein Longieret mehr, aber mein Eisen 6 würde ich schon gerne carry 140 m schlagen wollen. Und das scheint zu gehen. Auch ohne einen Master-Golflehrer-Pro. Einfach nur, weil mir jemand das so erklärt, dass ich einen Weg finde, es zu verstehen und umzusetzen.

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