Nächste Woche – nächstes Jahr

Ihr habt es sicherlich schon längst mitbekommen, Großes wirft seinen Schatten voraus. Nächste Woche heißt es zum 40ten Mal: USA gegen Europa (früher USA – GB, dann dreimal USA – GB, IRL), richtig, der Ryder Cup steht vor der Tür.
40 Mal ein Länderkampf der besten Golfer, wechselweise in den USA bzw. England, dann auch Europa ausgetragen. Bevor es 1979 zu einer Aufwertung durch die Hinzunahme von Europa gab, war das eine eher einseitige Angelegenheit. Die USA dominierte von 1927 – Ort der ersten Austragung war das amerikanische Worchester, MA, die USA gewann mit 9,5 zu 2,5 – bis einschließlich 1983 und wies bis dahin eine Bilanz von 21 Siege, einem Remis (das 1969 in Southport, England für den Titelverteidiger England zur Titelverteidigung reichte) und nur 3 Niederlagen aus. 
Erst als Europa das GB-IRL-Team konkurrenzfähiger machte, wurde der Wettkampf nach spannender und ausgeglichener. Seitdem steht die Bilanz „nur noch“ 25 zu 14 für die USA (bei Remis behält der Titelverteidiger den Cup). Und der Ryder Cup wurde so nach und nach zu dem Golfereignis. Alle zwei Jahre ausgetragen, werden diese Länderkämpfe immer legendärer und es gibt wohl keinen Spieler, der nicht alles für eine Einladung/Qualifikation für sein Team geben würde. 
Vor zwei Jahren beim letzten Aufeinandertreffen in Medinah, USA gewann Europa am Ende auch durch einen Putt von Martin Kaymer der damit sein Einzel gegen Steve Stricker gewann und den entscheidenden Punkt für Europa holte, der den Sieg für Europa in einem Ryder Cup brachte, der nach einer scheinbar uneinholbaren Führung der US-Amerikaner vor den abschließenden 12 Einzeln nicht mehr möglich zu sein schien. 

Und dank Spielern wie Bernhard Langer und Martin Kaymer ist der Ryder Cup auch in Deutschland längst etabliert. Es gab sogar eine deutsche Bewerbung um den Ryder Cup 2018, doch am Ende setzte sich Frankreich durch. Auch und gerade, weil es in Deutschland zu viele Gegner und zu wenig große Golfevents gab. Es gab nicht wenige, die in der Politik den Grund für das Scheitern der Bewerbung sahen.
Zum Ryder Cup gibt es aber eine weibliches Pendant, den Solheim Cup, der 1990 erstmals ausgetragen wurde. Der aktuelle Zwischenstand sieht auch hier das Team USA mit  8-5 gegen Europa vorne und die Europäerin nach einem 18-10 Sieg in Colorado als Titelverteidigerin. Und im Gegensatz zum Ryder Cup ist es einer Initiative der Deutsche Golf Sport GmbH (DGS) eine Tochter des DGV gelungen, den Solheim Cup 2015 nach Deutschland zu holen. Das es dann am Ende nicht wie in der Bewerbung ausgeschrieben der Gut Kaden bei Hamburg, sondern der GC St. Leon-Rot unter der Federführung des Club-Besitzers Dietmar Hopp wurde, sei an dieser Stelle kein Thema (es lag wohl am vor allem am fehlenden Geld). Entscheidend ist erst einmal, dass sich Deutschland endlich auch als Austragungsort eines so aufwendigen und logistisch sehr anspruchsvollen Events präsentieren kann. Und was man in St. Leon-Rot alles auf die Beine stellen kann (Geld ist dort das kleinste Problem) sah man beim Charity Promotion Event letzte Woche. Das Event, dass exakt einen Jahr vor dem Solheim Cup stattfand, war ein einziges Schaulaufen und eine sehr gelungene Art von Generalprobe. Man hatte nicht nur zahlreiche Aktionen und Promis am Start, sondern auch Deutschlands Nr.1 Martin Kaymer, der sich zwischen FedEx-Cup Finale und Ryder Cup die Zeit nahm und in die Nähe von Heidelberg kam, wie Deutschlands wohl beste Golferinnen Sandra Gal und Carolin Masson, die sonst auf der LPGA spielen. Am Dienstag gab es ein Showmatch und die Fans konnten sich ebenso einen ersten Eindruck von dem was sie in St. Leon-Rot erwarten wird verschaffen, wie die beiden Team-Capitäne 2015, die ebenfalls bei dem Showmatch am Start waren. 
Hier ein paar Stimmen:

Es ist wirklich verrückt, was die Veranstalter hier auf die Beine gestellt haben – und das ein Jahr vor dem Solheim Cup! Was wird das erst im nächsten Jahr für ein Event! Das Charity Gala Dinner gestern Abend und der Golftag heute, das war toll. So viele Leute, die als Zuschauer gekommen sind, einfach toll!“, sagte Carin Koch, die Kapitänin des europäischen Teams beim Solheim Cup 2015.
  
Juli Inkster, die 2015 das Team USA als Kapitänin anführen wird: „Es war grandios! Ich habe mich gefreut, den Platz kennen zu lernen, auf dem wir nächstes Jahr spielen werden. Die Zuschauer waren mitreißend. PING, SAP, Allianz, Rolex, es erwartet uns eine tolle Woche im nächsten Jahr! Wahrscheinlich müssen wir unsere Ohrschützer mitbringen, weil alle für Europa sein werden, aber wir sehen das als Challenge“.

Die deutsche Top-Spielerin, Sandra Gal, die 2011 mit dem europäischen Team den Solheim Cup gewonnen hat: „Die Begeisterung der Menschen ein Jahr vor dem Event hat mich beeindruckt. Ich war schon motiviert bevor ich hierher kam, aber jetzt bin ich es noch viel mehr! Es wäre mein Traum vor so vielen Fans in Deutschland zu spielen.

Caroline Masson, die 2013 beim europäischen Sieg dabei war: „Es hat Spaß gemacht, mit Martin und Moritz zu spielen. Wir hatten eine Menge Spaß, wollten aber auch gut spielen, da die erspielten Gelder ja für den guten Zweck gespendet werden. Hier gewesen zu sein und die Begeisterung der Zuschauer zu sehen, hat meine Vorfreude auf den Solheim Cup 2015 nochmal gesteigert. Ich werde Gas geben, um 2015 dabei sein zu können.



Am Ende steht, neben einer gelungenen Vorpremiere und vielen guten Eindrücken auch eine Spendensumme von 450.000 €. Dazu auch die Tatsache, dass es in Deutschland wohl doch durchaus machbare wäre, einen Ryder Cup auszutragen. Allerdings bedarf es dafür die Anstrengung des Verbandes, der Region, potente Geldgeber und das Zusammenspiel aller Beteiligten. Man muss es vor allem wollen und zwar gemeinsam. Nur dann haben wir in Deutschland eine Chance, die Herren einmal um die begehrteste Trophäe im Golfsport kämpfen zu sehen. So wie in der kommenden Woche in Gleneagles, Schottland

Das Finale des Ryder Cups könnt ihr auf meinsportradio.de hören:



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