No dogs, no women

Der Ursprung des Golfpsorts ist alt. Uralt. In der neueren Zeitrechnung gilt wohl das 18. Jahrhundert als die Basis des Sports, wie wir ihn heute kennen, denn da wurden die ersten Golfclubs in Schottland gegründet. Damals leider selbstverständlich, ohne Zutritt für Frauen. Diese „Tradition“ wird auch heutzutage noch in einigen (zum Glück sehr wenigen) Golfclubs „gepflegt“. Gut zu erkennen an den Schildern am Eingang, auf denen deer berühmtberüchtigte Spruch: „No dogs, no women“ steht.  Besonders wichtig ist hier auch die Reihenfolge.
Generell passiert im 18. Jahrhundert mächtig viel in der Golfgeschichte. Die ersten Golfschläger werden nach Amerika importiert, der erste Golfclub außerhalb des schottischen Whiskey Dunstkreises wird eröffnet, die Gentlemen Golfers of Leigh, die heute zum Chapter der Honourable Company of Edinburgh Golfers gehören, bringen das erste formale Golf-Regelwerk raus.
Im 19. Jahrhundert gibt es dann einige technische Innovationen. Hickory setzt sich gegen alle anderen Holzarten durch. Der Federball wird endgültig ans Badminton weitergereicht, der Haskell Ball setzt sich durch. Und es muss „natürlich“ auch ein Turnier her. Folgerichtig werden da dann The Open Championships ins Leben gerufen, die sind damit dann auch immer noch das älteste Turnier, das noch gespielt wird. Nächste Woche gibt es bereits die 143ten Open statt. Titelverteidiger ist der US-Amerikaner Phil Mickelson. 

Seit dem 19. Jahrhundert gibt es auch Golf für die Damen. Das erste Damenturnier findet statt und in St. Andrews gründet sich der erste Damen-Golfclub. Während The Openbei den Herren am 17. Oktober 1860 in Prestwick vom Earl of Eglinton und Oberst James Fairlie ins Leben gerufenen wurden, starteten die Damen erstmals 1976 bei den British Open. Damals noch kein Majorturnier und eine rein europäische Veranstaltung.
Erste Siegerin wurde die damals 27 jährige Amateurin Jenny Lee Smith, die in Fulford, Yorkshire den ersten Damen-Titel der British-Open gewinnen konnte. 1977 wurde Smith Profi und konnte sich auch irekt für die LPGA (die amerikanische Damenprotour) qualifizieren, dort aber kein Turnier gewinnen. 
1981 und 1982 gewann sie aber in Europa die Order of merit der Ladies European Tour (1981 mit dem heute fast unglaublichen Gesamtpreisgeld von £13,518).

Eingeführt wurden die Women’s British Open von der Ladies’Golf Union (LGU)  und sie sollten das Pendant zur British Open der Herren sein, sind es aber nie geworden, denn dafür fehlt den Damen leider auch zu oft die entsprechende Aufmerksamkeit und Fernsehnpräsenz, die bessere Vermarktungen und Einnahmen generieren könnten. Anfangs war es für die Organisatoren schwierig, die Meisterschaft auf den bekanntesten und wichtigsten Golfplätzen veranstalten zu dürfen − mit der Ausnahme des Royal Birkdale Golf Club, der zweimal Gastgeber für dieses Turnier war: 1982 und 1986. So fand das Turnier zwischen 1984 und 1999 alleine zehnmal im Woburn Golf und Country Club statt. 2007 wurde das Turnier erstmals auf dem Old Course in St Andrews, Schottland ausgetragen. Da man aber, im Gegensatz zu den Herren, nicht nur auf Links-Courses spielen will,  hat man mehr Möglichkeiten, verschiedenartige Plätze zu spielen. Und natürlich ist die Aufmerksamkeit und die Wertigkeit längst nicht so hoch wie bei den Herren, aber die Damen arbeiten daran und 38 Jahre sind ja dann auch schon mal ein Zeitraum, der sich sehen lassen kann und in dem eine Menge passiert ist. Bis 1993 war das Turnier ausschließlich eine Turnier der Ladies European Tour
Weil die Qualität des Teilnehmerfeldes und das Ansehen des Events aber zunahmen, wurde es 1994 auch eine offizielle Station der LPGA Tour und 2001 wurden die Women’s British Open dann zu einem Major-Turnier und lösten damit die kanadischen du Maurier Classic ab. Von 1987 bis 2006 wurde das Turnier von der Fa. Weetabix (Cornflakes) gesponsert, seit 2007 trägt das Turnier den Namen Ricoh Women’sBritish Open, benannt nach dem japanischen Sponsor.
2013 gewann Stacey Lewis mit einem Birdie-Birdie-Finish (67, 72, 69, 72) in St. Andrews mit zwei Schlägen Vorsprung vor Na Yeon Choi and Hee young Park ihren ersten British Open Titel.

Die 29 jährige Lewis gewann damit ihren zweiten Majortitel, nachdem sie bereits 2011 die Kraft Nabisco Championchip gewonnen hatte. 
Auch diese Woche gehört Stacy Lewis zum Kreis der Favoriten, nicht nur weil sie bei der diesjährigen Kraft Nabisco Championship Dritte und bei den US Open zweite hinter Michelle Wie wurde, sondern auch weil sie die aktuelle Nr.1 der Damenwelt ist und insgesamt auch eine unglaublich starke Saison spielt. 

Deutsche Spielerinnen sind dieses Jahr leider nur zwei am Start. Die beiden auf der LPGA etablierten deutschen Spitzenspielerinnen Sandra Gal und Carolin Masson. Andere Spielerinnen aus Deutschland konnten sich leider nicht durch die zahlreichen Qualifikationsrunden spielen.

Wie so oft, gibt es in Deutschland leider keine Live-Bilder, dafür aber das Livescoring Auch hier ist also die Emanzipation der Frauen im Sport noch längst nicht da, wo sie sein sollte, aber wenn wir darüber reden und berichten, wird das Schritt für Schritt besser. Deshalb gibt es kommenden Montag ab 19 Uhr in „Nur Golf“ auf meinsportradio.de auch einen ausführlichen Bericht dazu. Genau wie von den anderen Turnieren und den Herren, die zeitgleich die Scottish Open im Royal Aberdeen, dem sechstältesten Golfplatz der Welt spielen. Für die beiden deutschen teilnehmer, maximilian Kieffer und Marcel Siem, geht es dort um die letzte Chance einer Teilnahme bei The Open. Davon wird SKY ausführlich und Live berichten. Hier das Leaderboard zum Turnier, bei dem der amerikanische Superstar Phil Mickelson seinen Vorjahrestitel verteidigen und sich selber in Form für The Open bringen will.
Nur Golf findet man natürlich auf

              und         

und jeden Montag ab 19 Uhr im Programm von 
http://meinsportradio.de/podcast-golf.html

 

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