PTW – Dominic Foos

DominicFoos_Portrait

Wenn jemand im zarten Alter von 12 Jahren „Scratch Golfer“ wird (d.h. Hdcp 0) ist das eine sportlich hochklassige Leistung. Zumal ein Tiger Woods das „erst“ im Alter von dreizehn Jahren geschafft hat. Mit 15 die Nummer 1 der Welt in seiner Altersklasse zu werden ist ein weiteres Indiz für eine gewisse sportliche Qualität. Ein Amateurhandicap von +6,4 (ja, PLUS 6,4) ist dann spätestens der letzte Indikator dafür, dass jemand durchaus golfen kann.

P-t-W-SpielerDominic Foos, geb. 3. September 1997 in Karlsruhe, ist dieser Ausnahmegolfer. Mit 2 Jahren macht er angeleitet von seinem Vater Sam seine ersten Golfschwünge. Mit 13 Jahren hat er ein Plushandicap, als Amateur hat er früh zeigen können was in ihm steckt und das auch in der deutschen Nationalmannschaft immer wieder zeigen dürfen. Im August 2013 stand Dominic dann auch erstmals an der Spitze der deutschen Amateur-Rangliste.

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Er gewann viele Turniere, war 2012 im Team des Junior Ryder Cup Europa und gewann im gleichen Jahr die Jacques Leglise Trophy mit dem Team Kontinentaleuropa. (einem Teamwettbewerb Kontinentaleuropa – GB/Irl)

Das in Deutschland allseits beliebte „Wunderkind-Etikett“ scheint endlich auch mal an einen Golfer vergeben zu werden. Er und sein Team um seinen Vater und Caddie Sam, sowie Manager Irek Myskow hatten frühzeitig en Weg zum Pro für ihn geplant. Anstatt regelmäßig für die Bundesliga-Mannschaft seines Heimatclubs St. Leon-Rot zu spielen, ging er schon mit 14 eigene Wege, trainierte unter Profibedingungen bis zu 30 Stunden die Woche, den Winter über trainierte er in Dubai und tat alles um Profi zu werden. An seinem 17. Geburtstag wechselte er im September 2014 endgültig ins Profilager. Doch der schnelle und wohl auch von vielen erhoffte Erfolg blieb aus.

Bisher habe die sportliche Förderung seines Sohnes schon ein kleines Vermögen gekostet, aber als wohlhabend mochte sich Vater Foos in einem Artikel der FAZ im Jahr 2012 nicht bezeichnen: „Wir verzichten eben auf vieles, machen nie Urlaub. Ohne die Unterstützung meiner Frau ginge das nicht.“ Vater Foos ist für den Sohn weitaus mehr als der Geldgeber im Hintergrund gewesen. Er lebt in seinem Sohn seinen eigenen Traum „Golfpro“, für den er aber selber nicht gut genug war. Handicap -4 war sein bestes Handicap. Er sorgte dafür, dass der Sohn bei ProAms, mit den Profis spielen durfte. Er machte (erfolgreich) die PR für den Sohn und hat jetzt, in Zusammenarbeit mit Irek Myskow diverse Sponsoren für seinen Sohn finden können. Für ein Spieler seiner aktuellen Position erstaunlich viele und hochklassige Sponsoren. Sicherlich den Kontakten des Managers, aber auch den hohen (auch selbst aufgebauten) Erwartungshaltungen an Dominic geschuldet.

Dominic ging dann auch nicht den klassischen Weg über die Pro Golf Tour (die dritte Liga, der Einstieg in den Profisport), sondern setzte mehr auf Einladungen bei der European Tour und auf Startmöglichkeiten der Challenge Tour. 2014 war so eine Art Praktikum als Profi, 2015 hingegen spielte er mehrere Turniere und gewann als jüngster Spieler (mit 17) überhaupt ein Challenge Tour Event, mit den GANT Open in Turku, Finnland.

Seine Scorecard in Turku

Seine Scorecard in Turku

Leider hat der eine Turniersieg nicht für eine volle Spielberechtigung auf der European Tour gereicht. Ein 34ter Platz (bei 15 gespielten Turnieren und einem Gesamtpreisgeld von 50T€) hatte dafür am Ende des Jahres 2015 im Race to Oman  nicht gereicht. Die Qualifiaying School spielte er zwar mit, kam auch in die Final Stage, aber es reichte nicht ganz. Dennoch war er zu Recht insgesamt zufrieden.

Geteilter Zweiter wurde bei diesem Sieg übrigens Brandon Stone, der in der ersten Januar Woche die BMW SAOpen  der European Tour gewinnen konnte. Einem Turnier bei dem Dominic dank einer Einladung mitspielen durfte und am Ende T21 wurde. Mit dieser Platzierung gab es nicht nur knapp 10T€ Preisgeld, sondern auch die Teilnahmeberechtigung an den Joburg Open.

Aber viel wichtiger ist, dass Dominic gesehen hat, dass er durchaus mithalten kann. Und das er fighten kann, denn nach einer 74er Runde am Donnerstag, spielte er eine 70 am Freitag, schaffte den Cut und kam dann mit einer 68 und einer 72 am Sonntag auf 4 unter fürs Turnier.

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Warum Dominic Foos ein Player to Watch ist?

Wer so früh schon so gut golfen kann, so fokussiert ist und entsprechend gut betreut wird, der hat alle Voraussetzungen für eine große Karriere.

Im Kopf scheint er inzwischen auch reif genug zu sein wie sein exklusives Interview bei meinsportradio.de zeigte das er Anfang des Jahres mit Malte Asmus von Nur Golf führte.

Ich persönlich habe nie so den Druck gespürt von Außen. Und selbst wenn ich ihn spüren würde, mir würde nichts überhaupt nichts ausmachen, weil ich bin sehr fokussiert auf meine Ziele und den Prozess meine Ziele zu erreichen, mich stört das nicht.“

Aber er zeigt auch sonst Reife (auch in dem Interview zu hören), weil er weiß, dass das technische Spiel nicht alles ist, sondern auch Strategie und Erfahrung extrem wichtig sind. Faktoren, die er mit seinen 18 Jahren noch nicht haben kann. Fragt sich aktuell, wie schnell er diese Möglichkeiten der Erfahrung bekommen und daraus dann seine Lehren ziehen kann.

Ich denke, dass er dieses Jahr für echte Highlights auf der Tour sorgen und sich locker für die European Tour qualifizieren und dort behaupten wird. Vielleicht schon bei den Joburg Open, oder dann bei den Frühjahrsturnieren in den VAE, wo er ja quasi Heimvorteil genießt.

Weltranglistenposition Stand 12.Jan 2016 – Platz 397 (für die aktuelle Position hier klicken )

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Die Fotos sind vom Management Foos freigegeben und autorisiert. 

2 Gedanken zu „PTW – Dominic Foos

  1. Ja, da stimme ich dir durchaus zu. Wenn er stetig an sich arbeitet, den Kopf und die Gefühle im Griff hat, dann wird es für ganze oben reichen. Auf dem Niveau spielt sich vieles ja auch im Kopf ab.

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