Sommer, Sonne, Sand

Viele von uns verbringen ihre Urlaube gerne am Wasser, genießen die hfftl. ausreichend scheinende Sonne und wollen möglichst viel Sand am Strand. Und der Sand soll am besten immer ganz fein und sauber sein. Und möglichst jeden Tag neu und frisch aufgeharkt. Im Sommer spielt man auch viel Golf und der/die Golfer/-in freut sich über die Sonne. Doch weniger über den Sand.Viele Golfer mögen keinen Sand, schon gar nicht auf dem Platz.Und das äußert sich oft in Aussprüchen wie „Hoffentlich schlage ich nicht in den Bunker“, „den treffe ich sowieso immer“ oder „Da komme ich dann nie raus“. Ich bin immer wieder verwundert, wieviele Golfer/-innen wandelnde Selbstprohezeihungen sind und sich ihren „Angsttraum“ direkt selbst erfüllen. 

Manchmal ist es übrigens in der Tat eher keine Freude im Sand stehen den nächsten Schlag ausüben zu müssen, aber wenn ich schon vor dem Schlag in die Richtung davon ausgehe, dass der Ball dort bald liegt…

Eine etwas höhere Bunkerkante

Nicht überall sind die Bunkerkanten zum Glück so hoch. Und Topfbunker sollte man auch ohnehin möglichst meiden. Die Anhänger der bestrafenden Designphilosophie unter den Platzdesignern platzierten Bunker gerne in der Fairway-Mitte, genau auf der Ideallinie. Die meisten Golfarchitekten gehen aber zum Glück strategischer vor. Dem Spieler soll möglichst oft mehrere Optionen gegeben werden: Entweder hohes Risiko auf dem direkten Weg zum Grün oder das deutlich geringe Risiko, verbunden mit  einem längeren Weg in Richtung Grün. Bunker sind im modernen Platzdesign als  ein probates Mittel, um dieses Risiko/Nutzen-Verhältnis zu variieren. Und sie bestehen aus Sand. Weichem Sand, der nach Benutzung durchaus etwas Ausbesserung bedarf. Idealerweise sehen die Bunker so aus, wie dieser in dem ich letztes Jahr in Palm Springs auf dem TPC Stadium Course lag. 

Das Ergebnis dieses schlechten Bunkerschlags war eine Balllage im Hang.

Das schöne an diesem Bunker war die Art und Weise des Pflegezustandes und vor allem der gleichmässigen Sandschicht. Und da ich ein paar Bahnen vorher schon mal in einem Bunker lag (den Schlag aus einem noch tieferen Bunker hatte ich zum Birdie an einem Par gelocht, ohne den Ball auf dem grün sehen zu können, meine Frau ist aber Zeugin), wusste ich, dass derSand ausreichend tief war. 
Ich bin ja inzwischen einer der Spieler, die in der Regel ein wenig zu kurz mit dem GiR-Schlag sind und treffe dadurch häufiger mal einen Bunker. Und ich habe inzwischen auch ausreichend Routine, Training, Erfahrung und sogar Spaß daran, den Ball aus dem Grün-Bunker zu spielen. Gerne auch aus dem Fairwaybunker, wo ich inzwischen auch gute Weiten beim rausspielen erzielen kann. Das alles wäre keinen Blogeintrag wert, wenn es aber nicht eine Sache gäbe, die mich diesen Sommer immer wieder masslos ärgerte. 
Weil ich öfter in den verschiedenen Bunkern auf den Golfplätzen dieser Republik lag, stellte ich fest, dass die Etikette in Sachen Bunkerpflege zu wünschen übrig zu lassen schien. Der Knaller dieses Jahr war bisher ein Fall, in dem mein Ball in einer sichtbaren Schlagstelle im Bunker lag und man die Spur der Harke dennoch sehen konnte. Man konnte sehen wie der/diejenige der/die vorher an dieser Stelle gestanden hat, die Harke genau einmal, und dann wirklich ganz, ganz leicht und für unglaubliche 30 cm durch den Sand gezogen hat. Nur leider lag in der Stelle kein Sand. Der Ball lag entsprechend auf dem sandlosen Boden so schlecht, dass ich keinen richtigen Bunkerschlag machen konnte. Weniger wegen der Lage, sondern weil ich mich so über diese „Pflege“ aufgeregt habe, dass ich den Ball natürlich nicht richtig getroffen habe. Das war die Krönung meiner Sandbunkererlebnisse dieses Jahr. 
Wenn ich schon die Harke in die Hand nehme, dann kann ich wenigstens die Stelle wo ich den Ball geschlagen habe angleichen. Das ist etwas, was ich nicht verstehen werde. Niemals. Wenn die Leute (was leider auch immer häufiger, gerade am Nachmittag passiert) nicht harken, ist das eine Sache, aber dann die Harke nicht… 
Lassen wir das.

Andererseits ist mir noch etwas Anderes im Zusammenhang mit Sandbunkern aufgefallen und ich dachte eine Zeitlang wirklich, wir hätten in unserem Club in Gatow nicht nur ein Etikettenprblem (Was wir definitiv haben, wenn ich so die Bunker und Grüns mit den nicht weggemachten Pitchmarken sehe) ein Sandproblem. Sprich, bei uns in den Bunker wäre kein Sand, denn sehr oft lag der Ball im Bunker und als ich schlug, stellte ich öfters fest, dass da kein Sand unter dem Ball lag. Ergebnis ist klar, oder? Kein Sand, Ball getippt, der entweder an der Kante hängengeblieben oder halt meilenweit übers Grün hinaus geflogen.
Ich dachte jedesmal: „Oh, man die müssen doch endlich mal Sand nachfüllen.“ 
Dann kam ein Mannschaftskollege und meinte: „Wir haben ein Drainageproblem“, sprich das Wasser würde nicht richtig ablaufen, dadurch den Sand verdichten und dieser dann quasi „harter Boden“ werden. Bei den zahlreichen Regenfällen durchaus ein Thema und ja, einige Bunker bei uns haben dieses Problem in der Tat sichtbar, aber das ist auch nicht das Hauptproblem.
Das ist viel einfacher, irgendwann fiel es mir wie Sand aus dem Bunker und es ist wirklich banal.
Die Leute haben einfach keine Ahnung, wie man einen Bunker richtig harkt. Die meisten nehmen die Harke, stehen dabei oft auch möglichst am Bunkerrand und ziehen den Sand zu sich. fast niemand arbeitet mit der Harke in beide Richtungen.
Was passiert aber, wenn ich am Bunkerrand stehe und den Sand zu mir ziehe?
Richtig, der meiste Sand wird nach und nach zur entsprechenden, meistens vorderen  Bunkerkante gezogen, wo er dann nach dem Harkeneinsatz liegen bleibt. Das macht der Ball  (zum Glück) nicht so oft. Der rollt in den Bunker rein und dann liegt er da. Mal auf Sand, mal eben auf fast gar keinem Sand. Und wir Spieler dürfen raten (aufsetzen ist ja nicht), ob da Sand drunter liegt oder nicht.
Der Fehler ist also nicht fehlender Sand, sondern einfach entweder fehlenden Kenntnis oder Faulheit der harkenden Spieler/-innen. 
Aber seien wir auch mal ehrlich: 
Wann wurde uns gezeigt,wie man einen Bunker richtig harkt? 
Bei der PE? Wohl kaum…

Dabei ist es doch eigentlich ganz einfach:
Den Sand harkt man (dann mit der Harke fester schiebend!) in die Bunkermitte hinein, den Dreck (Sachen wie Laub, Sternchen aber auch den Ball, wenn man nicht weiterspielen will etc.), leicht harkend aus dem Bunker hinaus. 
Dreck (ziehe ich) zu mir, Sand (schiebe ich) von mir weg (in den Bunker hinein).
Wenn das dann bald mal alle Spieler/-innen machen, sollte eigentlich immer ausreichend Sand an den Stellen im Bunker sein, und zwar genau dort wo er hingehört. Und wo man ihn für einen guten Bunkerschlag eigentlich auch braucht.
Und wenn das dann so ist, wird auch der nächste Bunkerschlag keine unlösbare Aufgabe, sondern Spaß machen. Klar braucht es dafür dann noch etwas mehr Glaube an sich und das eigene Spielvermögen. Doch das bekommt man mit ein wenig Bunker-Training unter fachlicher Anleitung und wie immer im Golf hilft Übung.
Wenn dann noch das eine oder andere positive Bunkererlebnis hinzukommt, dann macht die Balllage im Sand auch bald keine Angst mehr. 
Ich für meinen Teil spiele den Bunkerschlag übrigens immer viel lieber, als Bälle aus dem hohen Rough oder gar aus Wasserhindernissen. Aber das ist ein ganz anderes Thema.

Nur Golf findet ihr auch unter:

     und     

und man kann uns im radio hören: Jeden Montag ab 19 Uhr im Programm von 

http://meinsportradio.de/podcast-golf.html

Ein Gedanke zu „Sommer, Sonne, Sand

  1. Ich habe mal einem Greenkeeper auf einer 18 Lochanlage geholfen, die Bunker abends wieder in Ordnung zu bringen. Wasser kann in der Tat ein Problem sein, aber auch der falsche Kies/Sand. Ohne jetzt zu sehr auf die Holger mit Platzreife einzuprügeln ��

    Bis denne

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