Vier Tage im Harz

Wenn man in Deutschland ein längeres Golfwochenende plant und dieses in Punkto Kosten nicht gleich im vierstelligen Bereich pro Person liegen soll, kommt man sehr schnell auf komische Angebote. Entweder ist das Greenfee  nicht enthalten, oder die Unterkunft ist eher fragwürdig und alle Extras kosten extra.
Aber wenn man etwas länger (so ca. 10 Min) sucht, dann kommt man auf ein Angebot, in einer Gegend, die man nicht zwingend als Zielgebiet auf der Liste ganz oben gehabt hätte, welches ziemlich unschlagbar sein dürfte. Ab 199 € für drei Übernachtungen mit Frühstück und Essen im DZ pro Person. Und wir reden über so viel Golf, wie man an den vier Tagen die man vor Ort ist, schafft.   
Wir reden dabei nicht von Angeboten im November, sondern wir reden über einen Aktionszeitraum von Ende Mai. Und wir reden von einem Schloss als Unterkunft. 
Ja, ein Schloss…

Das Ganze ist ein Angebot vom Schloss Meisdorf im Harz, zu dem auch der Golfclub Schloss Meisdorf gehört.

Wir haben im Mai das Angebot zum zweiten Mal als Gruppe angenommen und wir sind auch beim zweiten Mal begeistert über das fast unschlagbare Preis-/Leistungsverhältnis. Dass der Platz gefühlt in der Mitte Deutschlands liegt, macht die Anreise der Gruppe aus allen Himmelsrichtungen einfacher und ausgewogener. Zeei Mitspieler kamen aus der Schweiz, einer aus Mainz, aus Köln, Potsdam etc…
Daten
Der Golfplatz Schloss Meisdorf wurde 1997 vom Ingenieurbüro Dipl.-Ing. Gerd Olaf Osterkamp entworfen und umgesetzt vom Golf & Sportanlagerbau Brehmer & Kooispra. Im Auftrag der Ferdinad Lentjes Stiftung wurde dann der erste 18-Loch Golfplatz in Sachsen Anhalt gebaut und 1997 eröffnet. Der Golfplatz Schloss Meisdorf befindet sich auf den Hügeln des östlichen Harzvorlandes,  am Übergang zwischen Harz und Magdeburger Börde. Dabei ist der Harz als Gebirge kaum zu spüren, zwischen dem niedrigste Abschlag und dem höchsten Punkt des Platzes beträgt die Differenz lediglich 50 Höhenmeter. Allerdings hat man auf dem Platz fast nirgendwo einen graden Stand.

Blick vom Clubhaus auf die Driving Range und die Harzausläufer

Die Driving Range ist für Longhitter eher mit Vorsicht zu genießen, endet sie doch nach knapp 200 Metern. Unser Ralph, der auch mit war, hat seinen ersten Drive direkt über die Range hinaus geschlagen, denn leider befindet sich hinter der Range kein Fangzaun, sondern eine Straße. Putting-, Chipping- und  Pitchinggrün entsprechen normalem Standard, allerdings sind auch im Harz die Grüns generell nicht vom Schneepilz verschont worden. 

Der Platz selbst ist ein Par 72, ganzjährig bespielbar Mindestvoraussetzung ist dabei die PE., also  Hcp.-54. Die Länge für Herren/Gelb beträgt 5.920 m bei einem Course Rating von 72,1 und einem Slope Rating von 126. Damen spielen von Rot 5.488 m und haben ein Course Rating von 74,3 bei einem Slope Rating von 126.
Ein über 70 ha großes Terrain bietet Golfern einen 6 km langen Fußmarsch, variationsreich angelegte 10.000 m²  Wasserfläche mit 18 Hindernissen und verschiedensten Bunkern. Die längste Bahn ist mit 523m sehr anspruchsvoll.
Der Platz aus der Luft
Generell besticht der Platz durch seine ständigen Doglegs. Gefühlt spielt man ständig Dogleg links mit oft blinden ersten Schlägen über Hügelkuppen oder Büsche hinweg. Ralph meinte dazu irgendwann in der zweiten Runde: „Der Platz spielt sich komisch, weil man nicht weiß, wo man (blind) hinschlagen kann/muss. Er hat was von einem Micky Mouse Platz“
Das ist so falsch nicht. Im Gegenteil, der Platz hat sogar für kürzere Spieler immer wieder viele Hindernisse in den jeweiligen Landezonen vorgesehen und ist teilweise so konzipiert, dass leichte Fehlschläge direkt bestraft werden.
Dazu kommt ein Rough, das seinem Namen alle Ehre bereitet. Bereits der Second Cut ist kaum noch zu spielen. Die Bälle verschwinden im Knöchelhohen, sehr widerstandsfähigem Gras. Und damit ist Platzkenntnis ein wesentlicher Faktor. Aber selbst wenn man den Platz, so wie wir dieses Jahr, viermal in drei Tagen spielt, ist es immer noch sehr schwer, denn der Wind ist auf diesem Platz ein extremer Faktor. Und selbst die Spielbahnen, die von Bäumen umsäumt sind, sind da anfällig, weil man die hohen Schläge immer in den Wind stellt, der gefühlt sehr oft dreht. 
Andererseits hat man ein paar Bahnen, die gerade Longhitter und mutige Spieler, die den Platz kennen, attackieren können.

Das Grün der 16ten Bahn kann man mit einem guten Schlag erreichen.
 Gefühlt wiederholen sich aber einige Bahnen immer und immer wieder. Die Aussage Micky Mouse-Platz klingt vielleicht hart, trifft es aber sehr gut. Andererseits ist auf der Anlage selbst an Wochenenden nicht so viel los, dass man nicht problemlos zwei Runden pro Tag spielen und somit das Angebot sehr gut nutzen kann.
Das Puttinggreen und im Hintergrund das Clubhaus
Das Restaurant am Platz hat Kuchen und kleinere Speisen (Kartoffelsalat, Würstchen, Kuchen etc) im Angebot, zum stillen des großen Hungers reicht das Angebot aber bei weitem nicht aus. Gehobenere Ansprüche sind dort nicht angesagt. Dafür sind die Preise fair.
Das Clubhaus bietet neben der Gastronomie aber natürlich auch Dusch- & Umkleideräume, Caddyboxen und einen kleinen Pro-Shop. Das reguläre Greenfee von 50 € in der Woche und 60 € am WE finde ich persönlich etwas zu hoch gegriffen. Für Startzeiten einfach bei Frau Fiedler im pro-Shop anrufen, reservieren kann man Online leider nicht. Bzw. man muss eigentlich nie reservieren, es sei denn, es findet gerade ein Turnier statt.

Fazit

Wer also eine Location sucht, wo man viel spielen kann, ist hier nicht verkehrt. Im Gegenteil, denn die Küche und dort insbesondere die Wildküche sind alleine schon fast ihr Geld wert. Die Zimmer sind halt 20 Jahre alt, aber sauber und funktionell.
Alles in allem ist der Golfclub und das Schloss Meisdorf ein ganz klarer Reisetipp. 
Gerade als Gruppe die vor allem eines will: Golfen. Und das kann man in Meisdorf ausgiebigst.

Nur Golf findet man natürlich auch auf:

              und        

4 Gedanken zu „Vier Tage im Harz

  1. Eins muss man hier mal klipp und klar sagen, es war ein super Wochenende. Ich habe es an anderer Stelle schon mal geschrieben ich hatte Spass für zwei auch wenn ich nicht so dolle gegolft habe. Das Preisleistungsverhältnis ist wirklich einmalig für so kleines Geld so viel Golf, Essen und überhaupt ist toll. OK hinter Meisdorf fällt man, wenn man nicht aufpasst, von der Scheibe aber sonst?

    Zum Thema Mickey Mouse, wer diesen Platz das erste mal spielt wird Probleme bekommen weil die Doglegs so massiv sind. Ein Beispiel an einer Bahn wo das gar nicht so heftig ist ist die 2. Meine Mitspieler der Proberunde fuhren mit dem Kart und ich bin gelaufen nach meinem Abschlag hatte ich mich noch gewundert wo die denn alle hin sind aber mein Ball lag ja auf dem Fairway und das Grün war anspielbar. ich habe es auch getroffen leider musste ich feststellen das es sich nicht um das Grün der 2 sondern das der 11 handelte. Ein Klassiker! Die 10 ist so ein Massives Dogleg das ich mit nem echten Fehlschlag, meiner Meinung nach ein Quck Hook, perfekt 90 Meter vor dem Grün lag. So geht das immer weiter, der Platz ist gut, schwer und ein echter Tester, ABER man MUSS ihn kennen. Der Begriff Mickey Mouse soll auch nicht als Schimpfwort gewertet werden es ist nur einfach so.

    Zu dem WE muss ich mal seperat was schreiben es war so toll weil wir einfach auch ne gute Truppe waren. Nur die Schweizer hatten sich vom Harzgebirge wohl mehr versprochen 😉

  2. Schöner Blog, erwähnenswert wäre noch die etwas unglückliche Platzierung des Clubhauses am 9. Green, wenn da der Wind von rechts kommt…….
    Gerade für ein Matchplayformat ist der Platz (aufgrund der Doglegs) auch für etwas schlechtere Golfer gut geeignet! Da die Fairways
    teilweise sehr schmal und abschüssig sind wird so manche Tigerline der Longhitter übel bestraft ! Wie Ralph schon sagt der Platz
    ist ein echter Tester für alle Spielstärken!!
    Das Wocheende war aber Hammermässig !!

    Ich glaube wir kommen noch mal wieder !

    Gutes Spiel an alle

    Matthias

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