Was muss noch passieren

Wenn man die Entwicklungen und Stimmen in den letzten Jahren so hört, muss man sich ernsthafte Sorgen um den Golfsport machen. Und das wohl nicht nur in Deutschland, sondern auch und gerade in den USA.
Die Entwicklung verläuft im Einklang mit dem Leid und Wohl eines Tiger Woods. Spielt der, sin die Einschaltquoten riesig, spielt er nicht, brechen die Quoten ein. Und das trotz herausragender Spieler wie Rory McIlroy, Rickie Fowler und Phil Mickelson, die nicht nur Publikumsmagneten sind, sondern auch noch tolles Golf spielen und echtes Spektakel bieten, wie man zu letzt bei den 96ten PGA Championship in Vallhalla GC sehen konnte. Spannender geht es eigentlich kaum. Und dennoch beherrscht Tiger Woods mit seinen Absagen, Verletzungen und verpassten Cuts die Presse und das gesamte Geschehen.
Und es ist auch sonst ein Ende des booms im US-Golfpsort abzusehen. Wenn man es hart ausdrücken will, platzt dort gerade eine weitere große Blase, dieses Mal die Golfblase. 
Public Courses müssen dicht machen, weil es ein Überangebot an Plätzen gibt, die Industrie klagt über Umsatzeinbrüche und die Medien haben jetzt schon Angst vor der Zeit nach Tiger Woods.
Ja, das alles noch auf einem sehr hohen Level, es gibt Millionen von Golfer in den USA. Aber der Trend ist aktuell, dass die Menschen sich von dem Sport entfernen. 

adidas-USA-CEO Mark King hat dafür Gründe entdeckt und diese in einem HBO Interview (das gesamte HBO-Feature kann man sich hier ansehen) auch benannt.


Aber ist es nur die Etikette oder sind es noch mehr Gründe? Mark King fordert übrigens mehr Spaß auf dem Golfplatz und will u.a. 30 cm große Golflöcher für mehr Spaß und schnelleres Spiel etablieren. Die TaylorMade-Initiative hat auch eine eigene Website Hack Golf.
King fragt sich im Interview u.a. auch, warum die Leute kein Bier trinken, wenn sie auf den platz gehen, Golf solle doch unterhalten. Er sieht Golf also eher beim Bowling…

Ich bin da hin und her gerissen, auch und gerade weil ich diese „Schwierigkeit“ des kleinen Lochs gut finde, denn sonst gewinnt immer der der am längsten den Ball schlagen kann. Und das bin ich nicht…. 

Ich bin absolut der Meinung, dass der Golfsport sich weiter entwickeln muss, wenn man nicht komplett in der Bedeutungslosigkeit verschwinden will. Bei aller Tradition, die es auch zu bewahren gilt, soll und muss man sich öffnen.
Aber wie weit?
Auf der einen Seite trage ich beim Tennis auch entsprechende Schuhe, eine Sporthose und ein Shirt. Okay, da geht inzwischen auch ein T-Shirt. und ich kann ich direkt einen Platz mieten und losspielen. ich brauche vorher auch keine dicken Regelbücher auswendig lernen, die zu dem inzwischen in allen Auslegungen so dick wie die Bibel sind und dessen Regeln nicht mal die Profis alle immer richtig kennen.
Das Spielerlebnis beim Tennis ist sofort verfügbar.

Ich habe viele Fragen, wie sich der Sport entwickeln muss, aber auch warum der Sport so wenig Aufmerksamkeit genießt, obwohl es ein großartiger Sport ist. 
Ich such Antworten auch von euch auf Fragen wie:
Wenn man beim Golfen Rauchen und Essen kann, warum soll man da nicht auch lockerer gekleidet sein dürfen?
Kann das Spiel insgesamt nicht schneller gemacht werden?
Sollten nicht Dreierflights (aus Zeitgründen) die Regel sein?
Sollte man Golf nicht auch als 6 oder 9-Lochspiel spielen und vermarkten? 
Warum muss man erst wochen- und monatelang Platzreifekurse absolvieren, kann man nicht eine zweistufen PE einführen bei der man sofort auf (Kurzplatz) spielen darf und sich dann auch spielerisch für mehr qualifiziert?
Sollten nicht mehr öffentliche Plätze gefördert werden, um erst einmal den einfachen, schnellen Zugang zum Sport herzustellen, bevor man Interessenten  mit „teuren“ Jahres- und Aufnahmegebühren direkt verschreckt?
Können öffentliche Plätze und Clubs nicht besser zusammenarbeiten und sich weniger als Wettbewerber sehen?
In Hamburg gibt es im Nedderfeld die Automeile, wo (fast) alle Automarken an einer Strasse angesiedelt sind. Das mag zwar Wettbewerb sein, schafft aber einen erhöhte Zahl an Interessenten, denn die kommen dahin, weil das Angebot größer=besser für sie ist.  
Und wollen wir nicht endlich mal an dem negativen Image arbeiten?
Wie bekommt man den Sport mehr in die Öffentlichkeit? 
Ein Martin Kaymer gewinnt die US Open und am Montag danach berichten alle TV Sender per „Breaking-News“ vom Mannschaftsbus der deutschen N11 die zum ersten Vorrundenspiel der WM fährt. Von Kaymer gibt es max. ein Dreizeiler. Wenn überhaupt.
Aber es sind leider auch viele, hausgemachte Probleme, die uns in Deutschland immer wieder Steine vor die Füße werfen:
Z.B. Die Organisation/Verband
Wieso legt der DGV die Mannschaftswettbewerbe der Golf Liga u.a. auf das Wochenende (wir haben das hier thematisiert), an dem das einzig große Golfturnier der European Tour in Deutschland stattfindet?
Warum werden die Spieltage der DGL nicht als Matchplay-Format gespielt bzw. nur das Final-Four? 
Das erhöht die Spannung und damit die Chance mehr Zuschauer zum Spiel zu bekommen.
Wieso schafft man es nicht, wenigstens kleinere News und die Ergebnisse der „Bundesliga!“ in die Sportmeldungen zu bekommen?

Und ja, auch als Club muss man etwas dafür tun. So wie mein Heimatclub, der Berliner Golf Club Gatow e.V. den Heimspieltag der Damen- und Herrenmannschaft beworben hat. Mit Plakaten, Social Media und halt Mund zu Mund Propaganda. 


Wir hatten bei unserem Heimspieltag in Gatow recht viele Zuschauer und ich habe alleine drei! Leute getroffen, die zum ersten Mal auf dem Platz waren und sagten: 
„Das ist ja toll hier. Ich probiere das auch mal.“
Aber die gleichzeitig nicht verstanden, wie es gerade steht und was passieren muss, damit wer wann wie noch gewinnen kann. 
Und wenn ein Sport nicht wirklich selbsterklärend in seinem „Spielstand“ ist, dann wird es schwer neue Mitglieder zu finden.

Fragen über Fragen und ich freue mich auf eure Meinungen. 

Sehr gerne hier im Kommentarfeld, oder halt über

     und     

Ihr hört uns jeden Montag ab 19 Uhr im Programm von 

http://meinsportradio.de/podcast-golf.html

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