Weißes Pulver, weißer Sport

Golf ist eine hochkomplexe Angelegenheit, angeblich nach Stabhochsprung der zweitschwerste Bewegungsablauf. Dabei werden bei einem Golfschwung bis zu 124 Muskel im Körper beansprucht. Alles nur, weil man versucht einen viel zu kleinen Ball in ein viel zu weit entferntes und viel zu kleines Loch zu bugsieren. Und damit das alles noch etwas komplizierter wird, kommt zum körperlichen Anspruch (den Nichtgolfer für sehr gering erachten) im Golfsport auch noch der Kopf hinzu.
Der kürzeste Golfwitz lautet „Ich kann´s“
Was er aussagen will? 
Immer wenn man denkt, man hat es, kommt auch schon der nächste Fehler, das nächste Problem daher. Das man den Sport dann auch noch über einen Zeitraum von vier und mehr Stunden pro Golfrunde ausführen muss/darf, macht die Sache mental nicht einfacher. Denn da bleibt einem eine Menge Zeit darüber nachzudenken, was man gerade falsch gemacht oder beim nächsten Mal besser machen kann. Oder machen sollte. Der Kopf wird beim Golf ganz schnell zum Faktor. Und wenn es dann noch darum geht, dass der nächste Ball über das persönliche Wohl und Weh entscheiden kann, wie groß muss der Druck dann sein?
Wir Anfänger/Amateure können uns gar nicht ausmalen, wie groß der Druck ist, wir können es nur erahnen, wenn wir mal darüber nachdenken, was uns alles beim Putt duch den Kopf geht, wenn es heißt: „Der muss rein“ . Wozu, warum auch immer.
Jetzt versuchen wir  uns mal vorzustellen, wie es sein muss, wenn es heißt: Der muss sitzen, damit ich morgen noch ein Einkommen habe oder gar, wenn es um große Summen Geld geht. 
Was wir alle auf der Range trainieren können, ist der Schwwung, der Putt, der Chip. Theoretisch. Was wir nicht wirklich trainieren ist der Kopf. Weil wir den Sport zum Spaß ausüben. 
Der Kopf ist es aber bei den pros, der oft über Sieg und Niederlage entscheidet. Martin Kaymer hat nach dem Sieg bei „The Players“ gesagt, dass er einfach irgendwann aufgehört habe, darüber nachzudenken, was er noch besser machen müsse. Sondern einfach das gemacht hat, wozu er dort angetreten ist: Einen möglichst guten Ball zuspielen. Sergio Garcia sagt man nach, dass er die ganzn großen Siege am Samsatg weggeschmissen habe. Inziwschen wirkt er deutlich konstanter, allerdings verliert er die wichtigen Turniere immer noch zu oft, so wie vo zwei Wochen bei „The Open“ und dieses Wochenende beim „WGC Bridgestone Invitational„, wo er drei herausragende Runden, samt Platzrekord (61er Runde) und diversen persönlichen PGA Rekorden (niedrigste Runde auf der Tour, 11 Einputts in Folge, eine 27 auf den zweiten Neun) spielte, am Ende aber am Sonntag drei Schläge Vorsprung vor einem das ganze Turnier überspielendem, immer wieder sehr beeindruckend auftretendem und sehr souverän spielendem Rory McIlroy einbüßte und erneut „nur“ Zweiter hinter dem Nordiren wurde. Der im Kopf scheinbar wieder so fit ist, dass er sich die schwersten Schläge zutraut und alles in Grund und Boden zu spielen scheint. Und mit dem Doppelsieg wieder die neue Nummer 1 der Welt ist. Wir alle können uns nicht vorstellen, wie es sich anfühlt, wenn der große Sieg einem durch die Finger zu gleiten droht. Schon wieder. Oder auch zum ersten Mal.
Diese Jungs und Mädchen haben alle extremste Drucksituationen und einer, der jahrelang immer wieder regelmäßig am Druck scheiterte, ist Dustin Johnson, die aktuelle Nummer 12 der Welt. Der die Nummer 12 der Welt fürs erste war, denn er gab am Donnerstag überraschenden seinen Rückzug vom Sport bekannt, er selber sagte zu seinem Rückzug auf Zeit:

Sofort gab es erste mediale Gerüchte, denn es war nicht sein erster Rückzug auf Zeit. Golf.com kam dann als erstes Medium mit der Meldung, er habe zum dritten Mal nach 2009 und 2012 einen Drogentest nicht bestanden. 2009 sei es Marijuhana und 2012 genau wie dieses Mal, Kokain gewesen. Und er wolle das Thema „Dopingsperre“ so geschickt umgehen. Alle anderen Medien folgten dieser Darstellung, von Dustin Johnson gibt es bis jetzt keine weiteren Aussagen, sein Hauptsponsor adidas wünschte ihm alles Gute.
Und der PGA äußerte sich am Freitag eher schwammig und sinngemäß wie folgt
“Im Hinblick auf Medienberichte, dass Dustin Johnson von der PGA Tour suspendiert worden ist, gilt es klarzustellen, dass Mr. Johnson eine freiwillige Auszeit genommen hat und nicht unter einer Suspendierung von der PGA Tour steht“ 
Was aussehen soll wie ein klares Dimenti, kann man deuten wie man will. Eindeutig ist es aber kein eindeutiges Dimenti, denn das würde anders lauten.
U.a. auch so, dass man ihn nicht offiziell unter Doping stellt, weil dann die Strafe höher wäre und man so auch den Versuch aufrecht erhalten kann, den Sport sauber zu lassen. Was die PGA gerne zu erwähnen vergisst oder vergessen will: 
Golf ist 2016 erstmals wieder olympisch und unterliegt damit auch den olympischen Dopingtests und Dopingregularien. 
Und der Missbrauch von Kokain wird dort bestraft. Und eine dritte Dopingsperre wäre eigentlich in Konsequenz der lebenslange Ausschluß vom Sport.
Ich habe keine Ahnung, wie lange man als PGA so tun will/wird/kann, als sei Doping im Golfsport kein Problem, bin mir aber sicher, man wird es möglichst lange versuchen. Ich halte diese Einstellung für fatal und naiv, denn ein so komplexer Sport, bei dem Ausdauer, Kraft aber auch mentale Stärke gefragt ist und bei dem es um so viel (Geld) geht, wird alles sein, nur nicht Dopingfrei. Das zu glauben ist naiv, sich dem öffentlich zu verschleßen nur der Versuch den Gentlemensport sauber zu halten. 
Das Dustin Johnson offensichtlich Probleme hat und in Behandlung gehört, will ich an dieser Stelle nicht abreden, im Gegenteil, denn Drogen sind ein Problem (wasnicht bedeuten soll, dass er welche nimmt). Ob diese Drogen wirklich der Grund für seinen erneuten zeitweiligen Ausstieg sind, werde ich nicht beweisen können. Aber das die PGA diese Chance nicht nutzt, sondern signalisiert, dass man niemanden bestrafen wird, ist für mich nicht akzeptabel. Und wenn bessere Dopingtest alles sind, was Olympia dem Golfsport bringen wird, dann wäre ich schon zufrieden. Alleine der Glaube fehlt mir auch hier, denn das man „doppingfrei“ Fußball spielt, kann mir auch niemand wirklich glaubhaft erklären.

Wer mehr dazu erfahren will, kann sich die „Nur Golf“ Sendung in dieser Woche anhören, denn da geht es auch um das Thema Drogen.

Nur Golf findet man natürlich auf 


     und     

und jeden Montag ab 19 Uhr im Programm von 
http://meinsportradio.de/podcast-golf.html


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