Wie kann der Golfsport attraktiver werden Part I?

Der Sport leidet nicht nur in Deutschland an Stagnation und der Tatsache, dass die aktiven Mitglieder auch immer älter werden. Auch in Amerika geht die Zahl der Spieler in die falsche Richtung, diverse Vorschläge diesen Vorgang zu stoppen gab es von verschiedensten Stellen. Dazu gehört u.a. die Idee, dass Loch zu vergrößern um das Putten zu vereinfachen und damit viel Zeit zu sparen. Man will den Sport schneller machen. Andere fordern kurze Hosen und Jeans zuzulassen, um die jüngeren Menschen so dazu zu bewegen sich für den Sport zu interessieren. Es gibt verschiedensten Ansätze und Bemühungen, auch um die Attraktivität der TV-Übertragungen zu steigern.

Keith Pelley - European Tour

Keith Pelley – European Tour

Schneller Spielen auf der European Tour ist aktuell ein Thema das der neue CEO der European Tour Keith Palley fordert und umgesetzt sehen will. All diese Ideen will ich in den nächsten Wochen einmal vorstellen oder auch eigene Ideen und Ansätze nenne, wie man den Sport attraktiver gestalten kann.

Eingelochtklein

Fangen wir doch vielleicht mal mit dem an, was man im TV sieht. Die Profiturniere (Damen und Amateure sieht man in Deutschland bereits gar nicht mehr) der PGA und European Tour. Aktuell sind die meisten Turniere auf 4 Runden Zählspiel konzipiert. Nach zwei tagen dürfen die besten 60 (oder mehr) Spieler dann das Wochenende bestreiten und um den Turniersieg spielen. Wobei eigentlich da schon klar ist das nur noch maximal 10 Spieler (mal mehr, mal weniger) für den Turniersieg in Frage kommen. Und  eigentlich erst am Sonntag, auf der Finalrunde, so etwas wie Spannung aufkommt. JA, es mag sein, dass Zählspiel die „wahre Form“ des Sports ist und auch die fairste, weil der vermeidlich Beste am Ende das Turnier gewinnt. Ja, das mag sein. Beim Volleyball ist auch die Hallenversion mit 6-6 die „klassische“ Form. Doch was zieht die Massen an?

Beachvolleyball. Weil 2-2, viel schneller, viel mehr Stimmung und ja vllt. auch optisch attraktiver.

Klar ist Golf eine der ältesten Sportarten der Welt, aber muss es dann auch gleich eine der langweiligsten sein? Nein, natürlich gibt es spannende Turniere, wo bis zum Ende einige Spieler um den Turniersieg kämpfen. Aber wenn interessieren dabei die ersten drei Tage an denen man sich vllt. in Position bringt, die aber dennoch keine Spannung haben, weiul nicht so wahnsinnig viel passiert?

RyderCup-Fans

Wenn Spannung im TV und weltweit greifbar ist, ist es der Ryder Cup. Der natürlich zum einen von seiner „Mannschaftsidee“ lebt und vom Kontinentalvergleich. Aber warum nicht daraus lernen?

Warum nicht mehr Matchplaywettbewerbe?

Ja, für die Spieler ist das doof, weil ja schon nach Runde 1 Schluss sein kann, wenn man einen Topgegner erwischt. Und ja, es gibt viele Profis die sagen, dass Zählspiel die wahre Spielform sei. Mag ja sein, nur was nützt das, wenn sich das bald niemand mehr ansehen will?

Das es aber auch hier Lösungen und erste gute Ansätze gibt, zeigen ja die aktuellen Matchplayturniere. Da wird in 4erGruppen wie beim Accenture Matchplay der Gruppensieger ermittelt und der spielt dann im KO System den Turniersieger aus. Da ist Spannung vom ersten Tage an. Da geht es in jedem Match ums Weiterkommen, der Spielstand ist immer und für jeden übersichtlich. Niemand sagt sich  am Freitagabend: „Ach abwarten was der aktuell in Führung liegende am Wochenende spielt..“. Matchplay ist einfach spannender. Und wenn schon Neuerungen, warum dann nicht weiterdenken?

Warum dann nicht einen eigenen Teamwettbewerb in Matchplayform ins Leben rufen?

Nein, es müssen nicht zwangsläufig Länder-/Kontinentalwettbewerbe sein. Warum nicht eine eigene Liga etablieren, in der die Spieler (auch Spielerinnen) in einem Team spielen?

Gerne als sponsored Teams und als Mix-Wettbewerbe. Damit bekommen die Damen mehr Aufmerksamkeit und man kann verschiedene, attraktive (auch fürs TV) Spielformen anbieten. Damit kann man dem Turnierschwund Einhalt gebieten (gerade auch in Europa bei Damen UND Herren).

Ideenskizze:

Es gibt Vierergruppen bestehend aus 10-12 Spieler/-in pro Team. 2 Vierergruppen pro Spieltag treten gegeneinander an. Insgesamt kann man so mit schon mit 8 Teams a 10 Spieler/-innen einen Wettbewerb bilden und hat dann bereits nach einem Wochenende einen Team-Meister. Man kann natürlich auch mit Hin- und Rückkampf spielen oder die Anzahl der Teams um ein Vielfaches erhöhen und damit mehrere Wettkampftage spielen.

Die Teams spielen Matchplays, Team gegen Team, Mann gegen Mann, Frau gegen Frau. Pro Paarung  gibt es 6 Einzel und 3 Vierer (damit die Spieler sich auch ausruhen können).

Pro Paarung braucht es einem Tag, Nach drei! Tagen wäre die Gruppenphase durch. Am Sonntag spielt man um um den Einzug in eine Finalrunde.

In den Teams sollten dann Topstars, Nachwuchsspieler und gerne auch Amateure beider Geschlechter sein. Die Namenssponsoren stellen die Teams zusammen, die Turnierserie bekommt wie klassische Turniere entsprechende Titel-Sponsoren. Und es gibt natürlich Preisgelder, neben den Antrittsgagen der Teamsponsoren.

Man kann das ganze Thema Kontinental spielen und dann die Kontinentalmeister einen Gesamtsieger ausspielen lassen.

Auf alle Fälle entsteht damit ein Wir-Gefühl bei Spielern und Fans. Und im Idealfall ist dann die Stimmung bei diesen Turnieren auch wie beim Ryder Cup und nicht wie so oft, auf der Sonntagsrunde im Heimatclub.

Das ist nur eine der Idee. Ja, sie mag bescheuert sein, aber Matchplay und Teamwettbewerb ist der Quotenbringer. Warum nicht mal neue Ideen und Wege gehen. Das kann auch der Vermarktung helfen. Aber eines sollte man auf keinen Fall machen: Einen Teamwettbewerb als Zählspiel. Das das nicht funktioniert zeigt der DGV seit ein paar Jahren eindrucksvoll.

Nächste Woche dann das Thema Stimmung.

5 Gedanken zu „Wie kann der Golfsport attraktiver werden Part I?

  1. Hallo Thomas,

    So was in die Richtung habe ich auch schon mal vorgeschlagen. An ein paar Punkten anders aber vom Konzept doch ähnlich.

    Man sollte das vielleicht auch schon als Jugendliga so einführen und in Deutschland lanbgsam aufbauen. Dann bekommt man ggf die Jugend zum Golf, eine spannendere Liga und mehr Matchplay.

    Wir können uns da auch gern mal kurzschließen.

    Bis denne

  2. Das Konzept erinnert ein wenig an die IPTL beim Tennis. Die kommt bei den Sportlern sehr gut an (kriegen natürlich auch genug Geld dafür) und vor allem der Spielmodus ist für das TV optimal.

  3. wer den solheim-cup im free-TV anschauen durfte war begeistert. Hier sind o.g. Ideen schon teilw. realitaet.
    Uebrigens war auch schoen, nicht nur den abschlag und das einlochen zu sehen, sondern auch all die anderen schlaege einschl. spannender naeherungsschlaege. Und: nicht immer spitzengruppe. Das ist langweilig. Auch die spielerInnen zeigen, die eben mal nicht so gut sind.
    Und jetzt *schock*: warum nicht mal so ein turnier mit neun (ja, richtig gelesen, 9) loechern? Vierstuendig vor dem TV – das klappt bei der heutigen medienvielfalt nicht mehr… (oh mein gott – jetzt bannt mich St.andrews…) So und jetzt geh ich wgt-Golf online spielen. Nur drei (ja, 3) loecher gegen einen spielpartner in der welt. (keine werbung.)

  4. Ich bin ja Golfpurist!

    Für mich ist einzig Zählspiel das wahre. Und dennoch liebe ich den Ryder Cup! Aber auch mir ist es wichtig das das Golfspiel in einer breiten Masse populärer wird! Aber ist es tatsächlich die Spielform? Haben den Solheim Cup oder den RC tatsächlich mehr Leute gesehen? Oder sind es nicht vielmehr die die sowieso Golf spielen und hin und wieder mal ein Turnier schauen? Würden mehr „Neulinge“ Golf im TV schauen wenn es mehr Matchplay gibt? Ein Beispiel. Ich schaue bei Olympischen Spielen alles. vom Fechten bis zum Rudern, einfach alles. Aber in den anderen 4 Jahren interessiert mich Fechten nicht die Bohne. Wenn nun jedes Wochenende (Überzeichnung macht anschaulich) Ryder Cup im Fernsehen läuft, dann schaut das auch keiner mehr. Oder setzt ihr euch nur weil wir jetzt Handball Europameister sind hin und schaut euch die Handball Bundesliga an?

    Das Problem ist nicht was gezeigt wird, sondern wo! Golf kann man in Deutschland nur im Pay TV sehen. Ich behaupte mal kühn das 50% der Sky Abonenten Golfer sind! Wenn die zahl zu hoch ist dann aber ein großer Anteil! Wir können ja schlicht unseren geliebten Sport nirgends anders sehen! Würde das auf einem frei empfangbaren Sender laufen, dann würden wir, gepart mit einem entsprechenden Angebot an Kommentatoren und Spielformen viel mehr Zuschauer bekommen. Schaut euch American Football an. Gebt dem Golfsport Frank Buschmann und einen Sendeplatz und das schauen sehr viel mehr Leute! Und somit spielen dann auch mehr!

  5. mm

    Die Übertragungen im Free-TV scheitern aber schon auf GRund der Längen. Wenn man sieht, wie langsam die inzwischen spielen, dann ist klar, dass die TV Sender sich schwer tun.
    Statt Free-TV könnte nur Streaming helfen. Aber dafür sind Golf-TV-Übertragungen einfach zu aufwendig und damit zu teuer.

    Ich glaube ein Golf Channel täte uns hierzulande gut. Und Sportler, die sich dort präsentieren können. GEnauso wie schnelleres Spiel, gerne auch 9 Lochturniere, warum nicht. Aber eben hakt auch das gute alte KO-System, also Matchplay.

    Und die Menschen stehen auf Teams. Warum nicht Teams (um einzelne Spuperstars) bilden, die dann anderen Sportlern auch die Möglichkeit geben gezeigt und gesehen zu werden?
    Im zweiten Teil meiner iIdeen geht es dann um die Atmosphäre, das drumherum.
    Auch da ist Potential vorhanden.

    Aber egal was, allen ist klar, dass der Zug aktuell in die falsche Richtung fährt. Doch niemand weiß/will/wird was dagegen tun. Erst wenn der Zug irgendwo entgleist und eigtl alles zu spät ist, dann wird es ein Erwachen geben.
    So wie bei vielen anderen Sportarten, die mal populär waren und jetzt im Nirvana verschwunden sind. Die dann, wenn sie ganz unten angekommen sind, versuchen einen Weg nach oben zu finden und auch alte Regeln umstoßen. Dann ist es aber nur noch blinder Aktionismus der sie treibt, kein Plan.

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